München. „Es ist gerade für uns als Zuliefererkonzern wichtig, nicht nur unsere Kunden – die Fahrzeughersteller – sondern auch die Endkunden besser zu verstehen. Wir müssen noch mehr als früher in Funktionen denken, anstatt in Technologie“, erklärt Harald Naunheimer, Executive Vice President Research and Development beim Zulieferer ZF Friedrichshafen. Es ist davon überzeugt mit der Produktportfolio des Unternehmens, dafür die besten Voraussetzungen zu haben. „Die angestammten ZF-Schwerpunkte in der Antriebs- und Fahrwerktechnik ergänzen wir nach der Übernahme von TRW mit Lenk- und Bremssystemen sowie Insassenschutzsystemen inklusive Sensorik, Kamera- und Abstandsregelsystemen. In dieser breiten Aufstellung werden wir attraktive neue Assistenzfunktionen anbieten können, die das Autofahren sicherere und den Fahrern das Leben leichter machen werden.“ Den Trend zu mechatronischen Systemen und ihrer Vernetzung, die auf einer starken Elektronikkompetenz in der Entwicklung basiert, „gehen wir schon seit vielen Jahren mit“. Er werde sich in Zukunft weiter verstärken. „Dazu haben wir im Unternehmen längst die Weichen gestellt.“
Für Klaus Härtl, Fachbereichsleiter Elektronik Entwicklung, beim Entwicklungsdienstleister Bertrandt, sind „die Vernetzung der Fahrzeuge und das automatisierte Fahren“ wesentliche Faktoren, die Vision Zero zu erreichen. 90 Prozent der Unfälle entstehen durch menschliches Fehlverhalten. Assistenzsysteme werden seiner Einschätzung nach wesentlich dazu beitragen, Unfälle zu reduzieren oder ganz zu vermeiden.
Technisch gesehen wirken hierbei mehrere Bereiche des Automobils im Verbund. Die in modernen Fahrzeugen vorhandene Onboard-Umfeldsensorik, wie Kamera, Radar und Ultraschall, spielt eine wesentliche Rolle, um Objekte auf der Fahrbahn zu erfassen, beispielsweise bei der Fußgänger- oder Fahrspurerkennung. „Beim Bremsvorgang müssen Lenkung, Bremsen und Fahrwerk über Fahrregelsysteme miteinander vernetzt reagieren“, so Härtl.