München. Speziell für Fahrzeuge des Volumenmarkts verwenden die Franzosen im Interieurkonzept „Performance 2.0“ einen Sitz, bei dem statt herkömmlich zugeschnittener und genähter Bezüge eine aus dem Sportwagenbau bekannte Formtechnik zum Einsatz gelangt. Dabei wird eine mit Schaum bedeckte Stoffrückseite in Form gepresst, um dem Sitz Konturen und eine nahtlose Oberfläche zu geben. Auf die obere Mittelklasse hingegen zielt der US-Konkurrent Johnson Controls mit dem Sitzkonzept „Synergy Seat Gen 3“. „Der Sitz wird im automobilen Innenraum immer mehr zu einem der zentralen Gestaltungs- und damit auch Differenzierungsmerkmale. Individualisierung spielt eine größere Rolle als je zuvor“, erläutert Designdirektor Andreas Maashoff. Durch Zierstreifen und -nähte wird gar das „skulpturale Erscheinungsbild“ des Sitzes unterstrichen. Neben einer ansprechenden Optik haben die Entwickler bei Johnson Controls viel Augenmerk darauf gelegt, Masse beim Sitz einzusparen. Ein zentrales Element ist dabei eine Rückenlehne aus Organoblech. „Wir haben hier zielgerichtet Gewebematerial mit einem Spritzgussprozess kombiniert. So erreichen wir eine ähnliche Stabilität wie zum Beispiel bei glasfaserverstärkten Kunststoffen und Festigkeitswerte, die denen von Carbon nahekommen“, erläutert Maashoff. Dank ihrer schlanken Kontur füge sich die Rückenlehne zudem platzsparend in Autoinnenräume ein, wirbt der Sitzanbieter für die Entwicklung.
Innovative und leichte Sitze in allen Fahrzeugsegmenten
Bei modernen Fahrzeugsitzen sind Hightech-Lösungen schon lange nicht mehr Oberklasseautos vorbehalten. Der Zwang, CO2-Emissionen zu verringern, fordert pfiffige Lösungen in allen Segmenten. So wurden die kompletten Sitze des VW Up einschließlich Metallstruktur und Sitzmechanismen in Deutschland vom französischen Interieurspezialisten Faurecia entwickelt. Innovative Laserschweißtechnik, aber auch Konstruktionsmerkmale wie eingebaute Kopfstützen und federgelagerte Sitzpolster tragen dazu bei, dass die Metallstruktur des Sitzes im Kleinwagen rund 20 Prozent weniger wiegt als die bislang in Stadtfahrzeugen verwendeten Konstruktionen.