München. Mercedes-Benz hat von allen deutschen Automarken die meisten Fahrzeuge auf dem Markt, die technisch nicht für eine Erhöhung des Bioethanol-Anteils von fünf auf zehn Prozent (E10) geeignet sind. Das geht aus einer Liste hervor, die der Verband der Automobilindustrie (VDA) an Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) geschickt hat und die Automobilwoche exklusiv vorliegt.
Gabriel hatte Ende vergangener Woche die umstrittene Biosprit-Verordnung zurückgezogen, nachdem der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) die Zahl von rund 3,3 Millionen Fahrzeuge genannt hatte, die eine erhöhte Beimischung von Biosprit in Benzin nicht vertragen.
Der VDA hatte nur 189.000 Fahrzeuge angegeben, der größte Anteil entfällt auf Mercedes-Benz mit 78.000 Autos. BMW ist laut der VDA-Liste der einzige Hersteller, dessen Autos alle E10-tauglich sind. Audi und Ford meldeten jeweils 6000 Fahrzeuge, die keine höhere Beimischung von Bioethanol vertragen, VW 25.000, Opel und Porsche je 37.000 Autos. In Deutschland sind derzeit 30,9 Millionen benzingetriebene Fahrzeuge zugelassen, davon sind zwei Drittel deutsche Fabrikate. Dass die Importeure mit 3,3 Millionen Einheiten 17-mal mehr angeben als die deutschen Hersteller, erklären Fachleute mit unterschiedlichen Prüfkriterien und verschiedenen technischen Komponenten.