Wer mit Stefan Müller diskutieren will, sollte einen klaren Kopf haben. Müller redet schnell, ohne Umschweife, und kennt seine Zahlen. "Jetzt lassen Sie uns mal zum Punkt kommen", sagt der 55-Jährige dann gerne. Seine Mitarbeiter kennen die Zielstrebigkeit des Deutsch-Schweizers, der dem Vernehmen nach mit seinen hochgesteckten Anforderungen nicht hinter dem Berg hält.
Renault-Nissan-Präsident Carlos Ghosn scheint Müllers klare Linie zu gefallen. Er hat den ehemaligen Geschäftsführer des ADAC gerade zum Chief Performance Officer (CPO) der Renault-Gruppe gemacht. Am 1. März geht es los. Ghosn versucht damit bei Renault, ähnlich wie zuvor bei Nissan, mehr internationale Manager auf Spitzenpositionen des französischen Unternehmens zu hieven.
Als Chief Performance Officer berichtet Müller direkt an Ghosn und ist verantwortlich für zentrale Zielsetzungen bei Absatz, Finanzergebnis und Qualität. Er steht auf einer Stufe mit Thierry Bolloré, dem Chief Competitive Officer der Gruppe. Damit hat Müller in der französischen Autoindustrie die höchste Position eines Managers mit deutschem Pass.