Berlin. „Dieser Trend ist im Automobilbau und generell im verarbeitenden Gewerbe sowie im Handel stärker als im Bereich Dienstleistungen, Energie, Baugewerbe und Bergbau“, erläuterte im Gespräch mit der Automobilwoche Axel Pols, Geschäftsführer von Bitkom Research. „Verglichen mit der Studie von vor einem Jahr beschäftigen mehr Unternehmen ausländische Fachkräfte und mehr Unternehmen suchen im Ausland nach Spezialisten“, ergänzt Till Kaestner, Geschäftsleiter von LinkedIn Deutschland, Österreich und Schweiz, das Ergebnis der Studie. Immerhin jedes neunte der befragten Unternehmen gab an, derzeit Fachkräfte im Ausland zu suchen. Unter den Großunter- PERSONEN Audis Haustuner, die Quattro GmbH, verliert ihren Geschäftsführer Franciscus van Meel an den direkten Konkurrenten aus München, BMW M. Dort übernimmt van Meel ab Januar den Vorsitz der Geschäftsführung. Er folgt auf Friedrich Nitschke, der in den Ruhestand geht. Beim Lichtsysteme-Spezialisten ZKW ist künftig Wolfgang Muhri für Produktion und Logistik verantwortlich. Er war zuletzt Geschäftsführer bei Vogel&Noot Landmaschinen. Thiemo Jahnke startete Anfang September als Manager Marketing Communications bei Nissan Center Europe. Am1. Oktober hat er auch die Leitung des Marketings übernommen. Damit verantwortet Jahnke zusätzlich zur Markenstrategie und der Marketing- Kommunikation auch Produktund Incentive-Management. Maserati erweitert das Management für den deutschsprachigen Raum um zwei neue Positionen. Patrick Dinger ist für die Händlernetzentwicklung in Deutschland, Österreich und der Schweiz zuständig. André Halamek übernimmt die Kundenbetreuung in Deutschland und Österreich. Udo Hitzmann (Foto) hat die Werkleitung von Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) in Hannover übernommen. Er folgt auf Dietmar Mnich, der seit Anfang Juli für VWN das Werk in Poznan führt. Seit Oktober ist Gerd Meyer Servicedirektor bei Mazda Deutschland. Er folgte auf Andreas Schmidt. Robert Engstler (Foto) leitet seit Oktober die Region Europa bei Bentley Motors. Er folgt auf Bart Gerris, der neue Aufgaben im Volkswagen- Konzern übernehmen wird. Engstler berichtet direkt an Kevin Rose, Vorstandsmitglied für Vertrieb, Marketing und Aftersales bei Bentley. Vor seinem Wechsel zur britischen Luxusmarke war Engstler für die Porsche Holding Salzburg tätig. nehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern suchen sogar 64 Prozent nach Experten jenseits der Landesgrenzen. 60 Prozent der im Ausland suchenden Unternehmen gaben an, im Inland bislang erfolglos gesucht zu haben. Dabei sehen Konzerne einen noch größeren Mangel an Führungskräften als kleinere Betriebe. Das führt die Autoren der Studie zu einem klaren Fazit: „Der Fachkräftemangel lässt sich ohne Zuwanderung nicht decken“, sagt Pols. Ihm zufolge gibt es in Deutschland allein rund 40.000 offene und oft schwer zu besetzende Stellen für IT-Spezialisten quer durch alle Branchen.
Im Ausland werden High Potentials angeworben
Doch nicht nur der Fachkräftemangel treibt die Unternehmen zur Suche im Ausland: 39 Prozent der befragten Firmen gaben an, sie wollten durch die Besetzung mit ausländischen Experten ihre Kontakte in bestimmte Märkte intensivieren. Immerhin 32 Prozent der Firmen erklärten, auch ihre Diversity- Strategie auf diese Weise in die Praxis umsetzen zu wollen. Und schließlich spielt auch mangelnde Qualifikation im Inland eine Rolle: 16 Prozent der Firmen suchen deshalb im Ausland, weil dort die Abschlüsse in bestimmten Berufsfeldern anspruchsvoller sind. Gesucht werden vor allem IT-Spezialisten, aber auch Finanzexperten: 53 Prozent der Unternehmen suchen im Ausland gezielt nach IT-Fachkräften, 52 Prozent nach Controllern. Bei der Qualifikation richtet sich das Interesse vor allem auf Berufseinsteiger (72 Prozent) und Hochschulabsolventen mit bis zu fünfjähriger Berufserfahrung (61 Prozent). Zunehmend suchen die Unternehmen aber auch nach Führungskräften (30 Prozent). Viele Personalverantwortliche befürchten, dass die ausländischen Fachleute rasch wieder das Unternehmen verlassen könnten und ganz nach Opportunität agieren. Die Studie kommt hier aber zu einem anderen Ergebnis: Nur ein Drittel der Neuankömmlinge bleibt maximal zwei Jahre, 31 Prozent sogar länger als vier Jahre.