München. Markus Lienkamp, Inhaber des TUM-Lehrstuhls für Fahrzeugtechnik, hält bei einer Stückzahl von 100.000 Autos einen Kaufpreis von rund 20.000 Euro für möglich. Neben Konsortialführer BMW sind unter anderem auch Siemens und Continental an dem Projekt beteiligt. Trotz seiner Kleinwagenmaße war es den Entwicklern wichtig, den Insassen des Autos einen sicheren Überlebensraum zu bieten. An dem Sicherheitskonzept arbeiteten neben Daimler und dem schwedischen Spezialisten für Sicherheitssysteme Autoliv auch der Entwicklungsdienstleister IAV maßgeblich mit. „Die IAV zeichnet bei dem Projekt unter anderem für die Entwicklung des integralen Sicherheitskonzepts inklusive der daraus resultierenden Rohbaustruktur verantwortlich“, erklärt der bei IAV für Exterieur und Sicherheit zuständige Bereichsleiter Thomas Papenheim. Zudem oblag den Berlinern der Aufbau des Rohbaus „sowie die Absicherung unter anderem durch Crashversuche“, ergänzt der für integrale Fahrzeugfunktionen zuständige Bereichsleiter Ude Wehner. Die Fahrgastzelle besteht aus einem Monocoque. Die Kombination aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff und ultraleichten Sandwichmaterialien sorgt für eine besonders hohe Steifigkeit. Durch eine 360-Grad-Erfassung der unmittelbaren Fahrzeugumgebung mittels Radar- und Kamerasensoren lassen sich frühzeitig kritische Fahrsituationen erkennen. Registriert das Auto eine unvermeidbare Kollision, aktiviert es eingebaute Insassenschutzsysteme vor dem Crash. Zum Sicherheitskonzept gehören auch neuartige Struktur-Airbags, die im Stoßfänger und in den Türen montiert sind. Sekundenbruchteile vor dem Aufprall füllt ein Gasgenerator diese Druckschläuche, die als zusätzliche Absorptionselemente dienen. Erkennt das System einen Seitenaufprall, wird der Insasse auf der Unfallseite unmittelbar vor dem Crash mit seinem Sitze nach innen verschoben und so aus der Gefahrenzone gebracht. Einen möglichen Zusammenprall zwischen Fahrer und Beifahrer fängt ein zwischen den Sitzen eingebauter sogenannter Interaktions- Airbag ab. Bei Visio.M kommt eine offene Softwarearchitektur zum Einsatz. Dies ermöglicht über Cloud-Anwendungen eine energieeffiziente Routenplanung auf einem Zentralserver. Zudem könnte dem Kunden etwa ein Leihwagen ferngesteuert vor die Tür gefahren werden – im Versuch wurde das schon realisiert.
Zukunft der E-Mobilität
Ideensammlung auf Rädern
160 Kilometer Reichweite, 120 km/h Höchstgeschwindigkeit, 530 Kilogramm leicht: Forscher der TU München und Spezialisten aus der Industrie haben das Elektroauto Visio.M auf der Messe für Elektromobilität eCarTec in München vorgestellt. Das Projekt, das mit 7,1 Millionen Euro über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren aus Bundesmitteln gefördert wird, soll Elektromobilität erschwinglich machen.