Fürth. Das mittelständische Unternehmen HRSflow wagt den Schritt nach Nordamerika und errichtet sein erstes Werk in den Vereinigten Staaten. Der Werkzeugbauer aus Roßtal-Buchschwabach in der Nähe von Fürth stellt sogenannte Heißkanalsysteme her. Diese sind Bestandteil von Spritzgusswerkzeugen, wie sie in der Kunststoffverarbeitung benötigt werden. In Grand Rapids, Michigan, soll noch in diesem Sommer in einem ersten Schritt ein Werk mit 50 Arbeitsplätzen eröffnet werden. Dort werden die Bereiche Service und Produktion angesiedelt. „Das ist für unsere Automobilstrategie ein Meilenstein“, betont Stephan Berz, Mitglied der Geschäftsführung und im Bereich Heißkanal für das Automobilgeschäft des Unternehmens verantwortlich. „Wir sind jetzt in Europa, Asien und in Nordamerika mit Werken in allen wichtigen Automobilmärkten vertreten.“ Der Manager betont, dass der Aufbau des Werks mit einem Investitionsvolumen von 15 Millionen Euro innerhalb von lediglich zehn Monaten nur möglich war, weil man auf einen bereits in allen anderen Werken eingeführten Produktionsstandard zurückgreifen konnte.
In einer zweiten Ausbaustufe soll die Kapazität des Standorts in fünf Jahren verdoppelt werden. In sechs bis acht Jahren rechnet der Geschäftsführer dann mit einer Größenordnung von etwa 150 Mitarbeitern in den USA. HRSflow Automotive ist schon seit dem Jahr 2001 in den USA und Kanada mit Vertrieb, Service und Engineering vertreten. „Uns ist aber bewusst geworden, dass wir mit einer Produktion vor Ort präsent sein müssen, wenn wir den nordamerikanischen Markt mit der notwendigen Konsequenz erobern wollen“, sagt Berz. Dabei verweist er unter anderem auf die vom US-Markt gewünschte Flexibilität mit kurzen Liefer- und Reaktionszeiten. „Und das geht nur mit einem Werk vor Ort.“
Umsatztreiber Autobranche
Insgesamt beschäftigt das Unternehmen mehr als 1000 Mitarbeiter und erzielte rund 95 Prozent seines Umsatzes in Höhe von 90 Millionen Euro im Jahr 2014 mit der Kfz-Industrie. In den vergangenen Jahren gelang HRSflow eine kontinuierliche Erfolgsgeschichte. „Seit 2001 sind wir durchschnittlich um rund 20 Prozent gewachsen“, so Berz. Ursache dafür war der Einstieg in die Heißkanaltechnik 2001, wodurch viele Aufträge aus der Autoindustrie gewonnen wurden. Zudem ist HRSflow auch in Asien aktiv und dort seit dem Jahr 2009 in der Nähe von Schanghai mit einer Produktion vertreten. Derzeit sind dort etwa 320 Mitarbeiter beschäftigt.