Meschede. Der Leichtmetallspezialist Honsel hat den Baubeginn seiner Aluminium-Gießerei in der rumänischen Stadt Slatina auf das kommende Jahr verschoben. Ursprünglich sollte mit dem Neubau im Herbst dieses Jahres begonnen werden. Laut Vorstandschef Heinz Pfannschmidt hat die Verzögerung aber nichts mit der derzeitigen Situation auf den Finanzmärkten zu tun. Als Grund für den späteren Baubeginn nennt er andere Faktoren: „Die Verhandlungen mit dem rumänischen Staat über bestimmte Rahmenbedingungen haben sich länger hingezogen als ursprünglich geplant.“ Zudem werde Honsel in der Lage sein, die Anlaufstückzahlen der für das rumänische Werk vorgesehenen Zylinderkopfproduktion aus den Stammwerken abzudecken.
Darüber hinaus forciert Pfannschmidt weitere Expansionspläne. So sind Gemeinschaftsunternehmen in Indien und China geplant. Und es gibt „Vorüberlegungen für ein Joint Venture in Russland. Die Gespräche mit zwei russischen Partnern befinden sich in einem fortgeschrittenen Stadium.“ Die geplanten Werke in Russland und Rumänien sind aber nicht als Billiglohnstandorte gedacht, um Produktion aus den deutschen Werken abzuziehen. „Wir haben nicht vor, aus Russland in die westeuropäischen Märkte zurückzuliefern“, betont Pfannschmidt. „Für uns ist das neues Geschäft, das in diesen Märkten entsteht.“ Reduzierung der Schichten Trotz der Expansionspläne gehen wirtschaftlicher Abschwung und Finanzkrise nicht spurlos an dem sauerländischen Zulieferer vorbei, der dieser Tage sein 100- jähriges Bestehen feiert. „Wir haben schon im Juni mögliche Schritte für den Fall eines Abschwungs diskutiert“, so Pfannschmidt.