Erlensee. Hybridautos sind in Deutschland eine seltene Spezies. Derzeit tummeln sich gerade einmal 41.000 Hybride auf den Straßen. Ihre Zahl wächst zwar – in den ersten vier Monaten des Jahres wurden 3800 Hybride verkauft, was gegenüber dem Vorjahreszeitraum einem Plus von 30 Prozent entspricht. Dennoch waren von Januar bis April nicht einmal 0,4 Prozent der Neuzulassungen Hybridfahrzeuge. Mit dem neuen Jazz Hybrid will Honda nun Bewegung in den Markt bringen. Der seit dem 16. April im Handel stehende Kleinwagen ist weltweit das erste Hybridfahrzeug im Kleinwagensegment. Deutschland-Vertriebschef Christoph Stadler will in diesem Jahr 1200 Einheiten der Hybridversion des Minivans verkaufen – das wären rund zehn Prozent der pro Jahr verkauften Benzinermodelle des Jazz.
Bei der Einführung vor wenigen Wochen war er noch sehr optimistisch, dieses Ziel erreichen zu können. „Durch die Einschränkung der Lieferbarkeit des Autos müssen wir jetzt abwarten, ob wir das schaffen“, räumt er ein. Denn alle Honda-Hybridmodelle kommen aus Japan, wo wegen der Natur- und Umweltkatastrophe noch immer nicht alle Werke laufen. Die Kunden müssen deshalb Geduld mitbringen: Wer jetzt bestellt, erhält seinen Jazz Hybrid nicht vor Januar 2012. Die Hybridversion des Jazz verfügt wie der Honda Insight über einen 1,3-Liter-i-VTEC-Benzinmotor mit 88 PS und einen Elektromotor mit 14 PS.
Koordiniert wird die Kraftverteilung über ein CVT-Getriebe. Honda verspricht einen Verbrauch von 4,5 Liter auf 100 Kilometer und 104 Gramm CO2 pro Kilometer. Damit soll der Jazz Hybrid der emissionsärmste Kleinwagen mit Automatikgetriebe sein. Für die Einstiegsvariante des Hybrid Jazz verlangen die Japaner stolze 18.900 Euro, 6000 Euro mehr als für den 1,2-Liter-Benziner. Vertriebschef Stadler ist dennoch optimistisch: „Bei den bisherigen Kunden des Jazz Hybrid war der Preis noch in keinem Verkaufsgespräch ein Thema.“