Düsseldorf. Ein hohes Budget für F & E allein sei „keine Garantie für erfolgreiche Produktinnovationen“, so Richard Viereckl, Partner bei der zu Booz gehörenden Beratung Management Engineers. Drei Kriterien werden in den Fokus gerückt: Erstens müssten die F&E-Prozesse analog zu dem aus der Produktion bekannten Lean-Ansatz (schlanke, systematisierte Produktionsorganisation) ausgerichtet werden. Zweitens sollten F & E-Prozesse unter Nutzung von Benchmarks strukturiert und standardisiert werden. Als Drittes gelte es, eine kontinuierliche, zielorientierte F & E-Planung sowie ein F & E-Controlling einzurichten. Koautor Viereckl sieht „für neue Projekte ein Potenzial von über 20 Prozent bei der Einsparung von F & E-Kosten und für verkürzte Durchlaufzeiten“. Um die Effizienz zu steigern, müssten die Entwickler mehr Zeit auf ihre Kernaufgaben verwenden. „Derzeit setzen die Ingenieure nur 30 bis 45 Prozent ihrer Zeit für ihre Kernaufgaben ein“, sagt er. Er bemängelt, dass Qualitätsabteilungen der Unternehmen nicht früh genug an Entwicklungsprozessen beteiligt würden und das Simultaneous Engineering – also das parallele Bearbeiten von Aufgaben – „leider wieder in Vergessenheit“ geraten sei. Doch der Berater räumt auch ein: „Die Entwicklung ist trotz moderner IT generell der am schwersten zu managende Bereich in einem Unternehmen.“
Hohes Forschungsbudget noch kein Erfolgsgarant
Die wachsende Nachfrage nach länderspezifischen Fahrzeugen bringt eine deutlich steigende Anzahl von Baureihen und Derivaten mit sich, die in immer kürzerer Zeit entwickelt werden müssen. Dem werden die Entwicklungsabteilungen bei Zulieferern und Herstellern häufig nicht gerecht. So das Ergebnis einer Studie der Unternehmensberatung Booz & Company, die sich mit Effizienzsteigerungen in Forschung und Entwicklung (F & E) beschäftigt.