Denklingen. Für 2014 plant das Familienunternehmen mit rund 3800 Mitarbeitern einen Umsatzzuwachs von sieben Prozent auf 868 Millionen Euro. Zum Vergleich: 2001 hatte Hirschvogel 222 Millionen Euro Umsatz erzielt, 2009, im Jahr der Krise, lag der Wert bei 389 Millionen Euro. „Positiv war auch, dass, wie schon im Jahr zuvor, 2013 alle Standorte ein positives operatives Ergebnis erreicht haben“, erklärt Alfons Hätscher, in der Konzerngeschäftsführung zuständig für Finanzen. „Das zeigt, dass auch unsere ausländischen Werke Fuß gefasst haben und sich durchaus positiv entwickeln.“ In Europa, das 82 Prozent zum Umsatz beisteuert, wollen die Bayern bis 2016 um etwa 20 Prozent zulegen. In Asien sind es gar 60 Prozent. Allerdings trug der Markt 2013 erst sieben Prozent zum Konzernumsatz bei. Noch nicht vertreten sind die Denklinger in Russland. „Auch in Asien gibt es weitere Potenziale für uns. Insbesondere in Ländern mit einem hohen Bevölkerungswachstum wie Indonesien, Malaysia oder Thailand, die für den Automobilmarkt künftig interessant sind“, erläutert Hätscher. In den kommenden Jahren will der Zulieferer jedoch zunächst sein Geschäft mit japanischen und koreanischen Kunden ausbauen. Laut Anisits investiert Hirschvogel jährlich einen mittleren zweistelligen Millionen-Euro- Betrag. „2014 planen wir nochmals höhere Investitionen.“ Aufgrund des stärksten Wachstums entfällt der Großteil der Mittel auf China. „Auch in Indien beginnen wir in diesem Jahr mit dem Aufbau eines neuen Werks, das 2015 in Betrieb gehen soll.“ Zudem profitiert Denklingen von den Investitionen. Am Stammsitz des Zulieferers entsteht eine neue Halle, in der Injektorkörper und Getriebewellen hergestellt werden sollen. Der Produktionsstart ist für 2015 geplant. Zu den Hauptprodukten Hirschvogels zählen kaltumgeformte Getriebewellen, Injektoren und Rails für Diesel-Direkteinspritzsysteme, Komponenten für den Antriebsstrang und für den Bereich Fahrwerk, etwa Radnaben. Die Hauptkunden sind Bosch, der VW-Konzern und BMW. Zusätzliches Geschäft erwartet der Zulieferer bei Alu-Fahrwerkkomponenten, Ausgleichswellen für Drei- und Vierzylindermotoren, um den Trend zum Downsizing zu bedienen, aber auch bei Komponenten für Doppelkupplungs- und Planetengetriebe. Und es gibt neue Geschäftsfelder: „Bei den Pkw-Dieselmotoren sehen wir einen Trend vom Aluminium- zum Stahlkolben. Das ist ein Produkt, mit dem wir bislang noch keinen Umsatz haben“, so Anisits. Aber das soll sich bald ändern.
Umsatz seit 2009 mehr als verdoppelt
Hirschvogel peilt die Milliarde an
Es wird nicht mehr lange dauern, und der Umformspezialist Hirschvogel zählt beim Umsatz zum „Club der Milliardäre“. „Wir planen, 2016 die Milliarden-Euro-Grenze zu erreichen“, erklärt Frank M. Anisits, Geschäftsführer für Produktion. 2013 gab es ein Plus von vier Prozent auf 811 Millionen Euro, wovon 510 Millionen Euro auf umformende und 301 Millionen Euro auf zerspanende Arbeiten entfielen.