Auch im Herbst schwimmt Hildegard Wortmann noch im Starnberger See. Abgehärtet wirkt sie aber gar nicht: Charmant, ihr Ziel stets klar vor Augen, hat die zierliche 45-Jährige ihren Weg bis in die erste Ebene unter dem BMW-Vorstand zurückgelegt. Die gebürtige Münsteranerin leitet das komplette Produktmanagement samt Aftersales-Bereich. Und das, obwohl Wortmann kein BMW-Gewächs ist. Sie arbeitete zunächst acht Jahre lang im Marketing von Unilever, drei davon in London. Doch dann wollte die Betriebswirtin noch mal neu durchstarten, zumal die Alternative – Tiefkühlkost-Themen in der Hamburger Unilever-Zentrale – sie wenig reizte. Ihre Traumziele: Lufthansa oder BMW.
Die begeisterte Autofahrerin hatte sich bei Unilever sogar ihr Dienstwagenbudget auszahlen lassen, um sich einen BMW anzuschaffen. Vom Auto zum Konzern war es nicht mehr weit: 1998 wechselte sie in das Marketing von BMW, wo sie drei Jahre später eine "Lebenschance“ ergriff: Im neu gegründeten Mini Brand Management konnte sie nicht nur ein neues Auto, sondern gleich eine ganze Marke relaunchen. Mit Mut und Durchsetzungskraft formte sie aus einer schrägen englischen eine internationale Lifestyle-Marke. Guerilla- Aktionen wie ein Mini als XXL-Limousine mit Pool – das war für die BMW-Vorstände Neuland. Der Erfolg gab ihr recht. Nach sieben Jahren Mini überraschte Wortmann ihre Chefs mit dem Wunsch, ins Produktmanagement zu wechseln. Innovationsprojekte wie Clean Energy oder Connected Drive führten sie in die Technik-Welt, klassisches Produktmanagement der X- und Z-Modelle folgte.