Rüsselsheim. Opels neue Deutschland- Vertriebschefin Imelda Labbé hält die Kritik an der neuen "Lebenslang“-Garantie für unberechtigt. Im Gespräch mit der Automobilwoche erklärte die 42- Jährige, welche Bedeutung das neue Serviceversprechen für Opel hat. Außerdem erläuterte die am 1. Juni angetretene Managerin erstmals, wie sie das Händlernetz behutsam umbauen will. "Wir sind überzeugt, dass dieses Produkt in die Zeit passt“, sagt Labbé zur umstrittenen Lebenslang- Garantie. "Diese Garantie positioniert die Marke neu und sorgt auch für eine positive emotionale Aufladung.“ Opel demonstriere mit der "lebenslangen“ Garantie ein neues Selbstbewusstsein, unterstreicht die Verkaufschefin. "Das werden wir auch durch weitere Maßnahmen vorantreiben“, kündigt sie an. Konkreter will sie aber noch nicht werden.
Herkulesaufgabe für Opel-Vertriebschefin
Labbé setzt dabei auf den enormen Kundenbestand von Opel Deutschland. Diese ehemaligen Kunden wieder an die Marke heranzuführen, sieht sie als Schlüssel für einen deutlich steigenden Marktanteil. 2009 lag der Anteil bei 8,9 Prozent, per Ende Juli dieses Jahres schrumpfte er allerdings auf 7,7 Prozent. Labbé hat deutlich Größeres im Sinn: "Wir können das schwache erste Halbjahr sicher nicht mehr völlig korrigieren, aber zum Jahresende sollten wir auf einen Schnitt von acht Prozent zusteuern“, ist die Vertriebschefin zuversichtlich. So liege der Bestelleingang für den neuen Meriva deutlich über Plan, und auch der Astra Sports Tourer finde großen Anklang.
Mit einem rund achtprozentigen Marktanteil will sich Labbé aber nicht auf Dauer abfinden: "Mittelfristig streben wir einen zweistelligen Anteil an.“ Wichtig sei dafür die kontinuierliche Verbesserung des Händlernetzes, unterstreicht Labbé. Das Netz habe nicht immer Schritt gehalten mit der Modernisierung des Produktportfolios. "Deshalb wollen wir das äußere und innere Erscheinungsbild im Handel auffrischen.“ Ein Auffrischungsprogramm mit neuen Elementen für die Showrooms sei bereits gestartet. Diese Maßnahmen seien aber kein neuer Standard, sondern als "Anregungen“ für den Handel zu verstehen. "Die Emotionalisierung der Marke muss im Handel stattfinden“, fordert sie. Keinen Anlass sieht Labbé für eine Verkleinerung oder Konzentration des Netzes, das für einen deutlich zweistelligen Marktanteil ausgelegt ist. "Wir sehen derzeit keine Notwendigkeit für größere Adjustierungen.“ Schließlich gebe es auch erfreuliche Signale: Zwar hätten einige Händler Opel in den vergangenen Jahren den Rücken gekehrt. "Aber das geht jetzt auch wieder in die andere Richtung, was sehr ermutigend ist.“ Zur jüngeren Vergangenheit sagt Labbé: "Das war definitiv eine schwere Zeit für uns, wir haben aber auch viel Solidarität und Identifikation mit der Marke erfahren. Und deshalb gehen wir aus dieser Zeit gestärkt hervor.“