Lippstadt. Zulieferer, die neben der Erstausrüstung auch auf ein Nachrüstgeschäft zurückgreifen können, hatten im Krisenjahr 2009 einen Vorteil. Denn das sogenannte Aftermarketgeschäft war bei vielen Unternehmen stabiler als die von den schwankenden Lieferabrufen der Fahrzeughersteller abhängige Erstausrüstung. Über ein traditionell starkes Handelsgeschäft verfügt der Licht- und Elektronikspezialist Hella. Der Zulieferer aus Lippstadt hatte im Geschäftsjahr 2008/2009 (endete am 31. Mai) 900 Millionen Euro seines Gesamtumsatzes von 3,3 Milliarden Euro mit Handelsprodukten erwirtschaftet. In dem von Martin Herbst verantworteten Bereich Aftermarket & Special OE sind 5400 Mitarbeiter beschäftigt.
In den vergangenen Jahren hat das Familienunternehmen das Produkt- und Serviceprogramm ausgebaut. Die Anzahl der Artikel wuchs zwischen 2006 und 2010 um 8000 auf 24.000. Ein Aspekt der Hella- Strategie ist es, die Servicekompetenz weiter auszubauen. Ein wichtiger Baustein dabei ist das modular aufgebaute Service-Partner- Konzept für Werkstätten. Dazu gehören etwa Schulungen, die Bereitstellung von technischen Informationen und Online-Trainings. Europaweit zählt der Zulieferer bereits über 4000 Servicepartner. Bei Hella verweist man auf eine aktuelle Systemvergleichsstudie des Marktforschungsinstituts BBE.
Die Untersuchung wurde bei Anbietern von Full-Service- und Detail- Konzepten in deutschen Werkstattbetrieben durchgeführt. Dem Zulieferer wurde dabei mit seinem Konzept in puncto "Akzeptanz“ und "Praxistauglichkeit“ eine führende Stellung bescheinigt. Weiter ausgerollt werden soll das für Werkstätten gedachte "Know-how-Tool“. Dort registrierte Nutzer können den "Hella Aftermarket Club“ im Internet kostenlos nutzen. Damit können etwa unterschiedliche Baugruppen in 3-D betrachtet werden. Insgesamt greifen schon Werkstätten in elf europäischen Ländern auf das Tool zu.