Lippstadt. Ziel des Aktionsprogramms „eSafety“ für Straßenverkehrssicherheit der Europäischen Union ist es, die Zahl der Verkehrstoten bis 2010 zu halbieren. Dazu sollen auch die von Hella entwickelten Fahrerassistenzsysteme, die auf der Erfassung und Analyse des Fahrzeugumfelds basieren, ihren Beitrag leisten. „Die Fahrerassistenzsysteme sind bei Hella innerhalb der Kfz-Elektronik der am stärksten wachsende Bereich“, erläutert Rainer Constapel, Leiter Produktentwicklung Fahrerassistenzsysteme.
Die Lippstädter streben innerhalb der kommenden sechs Jahre eine Versechsfachung des Umsatzes in diesem Bereich an. Derzeit liegt dieser im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Genauere Angaben wollte Constapel nicht machen. Bislang hat Hella mit dem Spurwechselassistent, der Rückfahrkamera und dem Abstandsregelsystem ACC drei Systeme in die Serie gebracht. Bei weiteren Systemen für die Serienentwicklung kommt insbesondere der Kamerasensorik eine besondere Bedeutung zu.
Die Assistenzsysteme des Zulieferers basieren auf Kamera- und Ultraschallsensorik sowie Infrarot- Laufzeitmessung (Light detection and ranging, kurz Lidar) und einem 24-GHz-Radar. Durch die Kombination eines ACC-Systems mit einer Frontkamera oder einer 24-GHz-Radarsensorik lässt sich laut Hella künftig auch ein Pre-Crash-System realisieren. Um den Bereich kamerabasierter Assistenzsysteme zu stärken, hatte Hella 2006 Aglaia übernommen. Der Berliner Spezialist entwickelt prototypische visuelle Sensorsysteme für solche Anwendungen und integriert diese in Fahrzeuge.