Brühl. Mit einer groß angelegten Marketingkampagne feiert Renault Deutschland das 100-jährige Bestehen. Die deutsche Vertriebszentrale des französischen Herstellers wurde am 17. Oktober 1907 in Berlin gegründet. Jubiläums-Logos in der Werbung und Aktionen in den Schauräumen sollen nicht nur auf den runden Geburtstag verweisen, sondern auch mithelfen, den Absatz anzukurbeln.
Zurzeit präsentieren die Händler unter dem Motto "Wir feiern. Sie bekommen die Geschenke" acht Sondermodelle mit Preisnachlässen zwischen 2100 und 7400 Euro. Da die Angebote laut Renaults Werbeleiter Jörg Ellhof auf große Resonanz stoßen, wurde die Aktion verlängert. Ein Verkaufswochenende Ende April bescherte den Betrieben bundesweit rund 80.000 Besucher. "An diesem Wochenende wurden 1451 Renault und 248 Dacia verkauft", berichtet Ellhof.
Renault, seit 1991 größter Importeur in Deutschland, kämpft zusehends um seine Position als Spitzenreiter. Der Absatz sinkt stetig: Konnten die Franzosen im Jahr 2002 hierzulande noch 205.945 Pkw absetzen, waren es nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts 2006 nur noch 149.516 - die neue Billigmarke Dacia, die 2005 eingeführt wurde, mit eingerechnet. Damit liegt Renault nur noch knapp vor Toyota mit 147.995 Fahrzeugen.
In den ersten vier Monaten dieses Jahres haben die Japaner die Franzosen beim Pkw-Absatz bereits überholt und liegen mit 44.943 zugelassenen Autos vor Renault mit 42.653. Renault Deutschland rechnet die kleinen Nutzfahrzeuge mit ein und sieht sich mit 48.521 verkauften Einheiten weiterhin als größter Importeur.
Für die nächsten Jahre hat Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn klare Ziele vorgegeben: Der "Vertrag 2009" sieht vor, dass bis 2009 in Deutschland 26 neue Modelle eingeführt werden. Der neue Laguna und spätere Modelle sollen in der J.D. Power-Studie einen Platz unter den Top Drei bei Produkt- und Servicequalität erreichen.