München. Die Autowerkstätten sind auf die wachsende Zahl an Hybrid- und Elektrofahrzeugen vorbereitet. „Auch in Zukunft wird der Kfz-Betrieb Full-Service- Partner für alle Antriebsarten sein“, versichert ein Sprecher des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK). Die Schulung der Servicekräfte läuft über die Akademie des Verbands (TAK). Teilnehmer können sich mit einem e-Learningkurs auf ein zweitägiges Seminar zur Arbeit an Hochvoltfahrzeugen vorbereiten, der auf der TAK-Website angeboten wird. Wer die Abschlussprüfung des Seminars besteht, darf sich als „Fachkundiger für Arbeiten an HV-eigensicheren Systemen“ bezeichnen und ist zum Service an Hybrid-, Elektro- und Brennstoffzellenautos berechtigt.
Für den Service von Hybrid- und E-Fahrzeugen muss das Auto zunächst spannungsfrei geschaltet werden. Danach kann dem ZDKSprecher zufolge wie gewohnt an den Fahrzeugen gearbeitet werden. Zur Wartung der Hybrid- und Elektrofahrzeuge brauchen die Betriebe aber die entsprechend ausgebildete Fachkraft – mehrere Hundert von ihnen sind an der TAK bereits geschult worden. Auch bei Opel laufen die Vorbereitungen, um die Händler fit für das erste E-Auto zu machen: „Wir starten unsere Schulungen, sobald die Händler feststehen, die den Ampera verkaufen wollen“, so ein Sprecher. Zurzeit laufe noch die Bewerbungsphase. Jeder Partner könne den Ampera erhalten, es seien aber gewisse Investitionen und Schulungen der Mitarbeiter erforderlich, zu denen sich die Händler vertraglich verpflichten müssen.
Der Start der Schulungen sei „in den nächsten Monaten“ vorgesehen, so der Sprecher. Bestellungen für den Ampera können ab Juli angenommen werden, Auslieferungsstart soll im Dezember sein. „Bei Audi bereiten wir derzeit rund 250 internationale technische Trainer und Produktbetreuer auf die Elektromobilität vor“, sagt Bernd Hoffmann, Leiter Vertrieb Kundendienst und Originalteile. Die Grundlagen der Qualifizierungsinhalte legt die deutsche Berufsgenossenschaft fest, darauf aufbauend hat der Autobauer für die Importeure und Partnerbetriebe das Qualifizierungsprogramm zum Audi-Hochvolttechniker erarbeitet. Die VW-Mutter „gewährleistet ein flächendeckendes Netz für den Service von Fahrzeugen mit Hochvolttechnik“, so eine Sprecherin.
In der VW-Akademie wurden 70 qualifizierte Hochvolttechniker ausgebildet, die wiederum 372 weitere Mitarbeiter zum Abschluss führten. BMW hat im Mai im Münchner Stadtteil Freimann ein Bildungszentrum für E-Mobilität eröffnet. Dort üben die Servicetechniker am Mini E und Active E. Seit 2006 wurden bereits rund 2300 Servicetechniker in der Hochvolttechnik weitergebildet, allein in diesem Jahr sollen es etwa 500 sein. Auch die Pannenhilfe auf den Straßen ist gesichert: Seit Dezember 2010 sind alle 1700 „Gelbe Engel“ des ADAC in der Lage, bei Fahrzeugen mit Hochvolttechnik Pannenhilfe im vollen Umfang zu leisten.