München. Den Sprung von 383 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2013 auf 690 Millionen im vergangenen Jahr haben die Wiesbadener in erster Linie dem Zukauf der ehemaligen Wettbewerber Rücker und BFFT zu verdanken. Der Spezialist für Fahrerassistenzsysteme agiert dabei auch weiterhin unter dem Namen BFFT.
Konsolidierung geht weiter
Insgesamt konnten die 25 im Ranking gelisteten Unternehmen ihren Automotive-Umsatz 2014 gegenüber dem Vorjahr um 10,9 Prozent auf rund 7,1 Milliarden Euro steigern. Dabei profitierten sie unter anderem von der hohen Derivatevielfalt der Fahrzeugbauer und den guten Geschäften der deutschen Premiumhersteller. Unternehmenslenker wie MBtech- Chef Harald Keller sind davon überzeugt: Das Wachstum geht einher mit einem anhaltenden Konsolidierungsdruck (siehe Interview Seite 14). Dass neben MBtech auch Edag dabei eine aktive Rolle spielen will, hat das Unternehmen erst Anfang Mai gezeigt, als es mit der Übernahme von Isilog seine Simulationsexpertise im Engineering für Produktionsanlagen ausgebaute. Edag Engineering-Chef Jörg Ohlsen will bei den Wiesbadenern künftig weitere Kompetenzen im IT-Bereich aufbauen. „Aber wir werden damit nicht in den kommenden Jahren zum klassischen IT-Unternehmen.“ Er sieht die Branche vor der großen Herausforderung, bei Derivaten „immer umfangreichere Aufträge“ der Kunden aus dem Automobilbereich abarbeiten zu müssen, „weil sich diese stärker auf die Basisfahrzeuge konzentrieren“. Darüber hinaus würden Entwicklungsdienstleister vermehrt für Elektrik- und Elektronikarbeiten beauftragt. Für einen rasanten Aufstieg unter den Dienstleistern im Ingenieurwesen steht beispielsweise das Bosch-Tochterunternehmen Bosch Engineering. Der Systemund Softwarespezialist entwickelt Elektroniksysteme und Programme für Kleinserien. Bei der Gründung im Jahr 1999 zählte die Belegschaft 13 Mitarbeiter, am 1. Mai startete der 2000. bei den Heilbronnern. Welche Erwartungen an die Entwicklungspartner der Autoindustrie gestellt werden, skizziert Hans-Peter Hübner, Mitglied im Bereichsvorstand des Bosch-Geschäftsbereichs Chassis Systems Control: „Zyklen werden kürzer, die Welt vernetzter. Für Bosch heißt das, dass wir immer agiler werden. Und darauf müssen sich auch unsere Entwicklungspartner einstellen.“ Zudem werde die Entwicklungsarbeit internationaler. „Das erfordert auch von unseren Partnern eine internationale Ausrichtung.“