München. Das elektrische Boosten beim Anfahren oder das sogenannte elektrische Segeln werde ebenfalls möglich. Auch wenn erste Fahrzeughersteller im Rahmen der IAA Hybridsysteme basierend auf der 48-Volt-Technologie für 2015 angekündigt haben, erwartet Schaeffler „nennenswerte Stückzahlen und damit entsprechende Skaleneffekte“ erst für 2020. Continental bietet sein System „48 Volt Eco Drive“ als Option für eine erweiterte Einstiegshybridisierung. „Bei moderaten Kosten erlaubt diese Elektrifizierungsform eine CO2-Verbrauchsreduktion bis in den zweistelligen Prozentbereich“, erklärt Xavier Pujol, Leiter des Geschäftsbereichs Hybrid Electric Vehicles der Conti- Division Powertrain. Mit einem Versuchsträger wurde eine Kraftstoffersparnis von rund 13 Prozent im NEFZ erreicht. Im realen Fahrbetrieb erreichte das Fahrzeug sogar bis zu 22 Prozent. Auch Bosch bietet ein 48-Volt- Hybridsystem. „Das Herzstück des Boost Recuperation System – kurz BRS – ist ein hoch effizienter Generator, dessen Spannungsniveau durch eine Leistungselektronik auf 48 Volt angehoben ist“, erläutert Bosch-Geschäftsführer Rolf Bulander. „Damit kann das BRS den Verbrennungsmotor mit zehn Kilowatt zusätzlicher Leistung unterstützen und bis zu 15 Prozent Kraftstoff sparen.“ Johnson Controls wiederum bietet ein Micro-Hybrid-Batteriesystem, das die Vorteile einer sogenannten Dual-Voltage-Architektur nutzt. „Die 48-Volt-Micro-Hybrid- Batterie besitzt das Potenzial, den Kraftstoffverbrauch von Fahrzeugen um bis zu 15 Prozent zu verringern“, so Holger Jetses, Europa- Chef Johnson Controls Power Solutions.
Günstiger Einstieg in die neue Hybrid-Welt
Bei der zunehmenden Elektrifizierung von Pkw-Antrieben werden verstärkt 48-Volt- Lösungen eingesetzt, weil bisherige 12-Volt-Bordnetze an Grenzen stoßen.„Eine Elektrifizierung des Antriebsstrangs mit einem zweiten Niedervoltnetz (48 Volt) ermöglicht einen kostengünstigen Einstieg in die Hybrid-Welt“, heißt es bei Schaeffler. „Damit werden Fahrzustände möglich, wie sie bislang ausschließlich Fahrzeuge mit Hochvolt-Hybridbausteinen bieten“, erklärt Eckhard Kirchner, Leiter Produktgruppe Range Extending Systems bei den Franken.