Detroit/Rüsselsheim. Nach der erfolgreichen Rückkehr an die Börse erhöht General Motors den Druck auf die defizitäre Tochter Opel. Führende GM-Manager verlangen von den Rüsselsheimern schnellstens die Rückkehr in die schwarzen Zahlen, möglichst noch in diesem Jahr. Opel-Chef Nick Reilly dagegen geht davon aus, dass er erst im Verlauf des Jahres 2012 die Gewinnzone erreichen kann. „Die Profitabilität bei Opel muss so schnell wie möglich wieder erreicht werden. Dafür reichen Kostensenkungen allein nicht aus,“ sagt GM-Strategiechef Stephen Girsky, die Nummer zwei hinter Konzernchef Dan Akerson.
Panik will Girsky in Europa zwar nicht verbreiten: „Wir haben Antwerpen geschlossen. Wir glauben, dass das reicht und kein weiterer Kapazitätsabbau in Europa notwendig ist.“ Doch er fügt hinzu, GM habe es in Amerika schließlich geschafft, die Kapazitäten um 40 Prozent zu kappen. Auch Finanzchef Chris Liddell drückt aufs Gas: „Wir sprechen darüber, den Break-even zu erreichen. Das ist natürlich eine schwierige Aufgabe, aber der interne Plan sieht weiter vor, dass wir versuchen, die Profitabilität noch in diesem Jahr zu erreichen.“ Auch Liddell mag sich nicht festlegen, ob Kapazitäten in Europa abgebaut werden müssen: „Man kann nicht sicher sagen, dass die gesamte Industrie dort genug getan hat, um der Gefahr einer Überproduktion angemessen zu begegnen.“