Frankfurt/Main. Die Autobranche braucht einen neuen Typ Manager, quer durch alle Hierarchiestufen: wendiger, weniger hierarchisch denkend, ausgestattet mit einem Weitwinkel-Scanner für die Veränderungen in Technologie und Gesellschaft, dabei hochgradig kommunikativ, international gewandt und tolerant für unterschiedlichste Kulturen.
Strategische Wendigkeit sei die wichtigste Kompetenz für moderne Spitzenmanager in der Automobilbranche, lautet das Fazit einer Interview-Reihe, die das auf die Suche nach Top-Executives spezialisierte Beratungsunternehmen Korn Ferry mit 52 Managern der Autobranche geführt hat (siehe Grafik).
„Wir leben in einer Zeit, in der die Challenges wesentlich schneller aufeinanderfolgen“, sagte im Gespräch mit der Automobilwoche Martin Stemmler, Senior Partner bei Korn Ferry und Experte für die Autobranche. „Die alte Kontinuität ist weg – für immer“, warnt er. Altgediente Fahrensleute, die glauben, sich mit bewährten Strategien bis zur Rente durchwursteln zu können, müssen umdenken: „Nach einem Jahrhundert evolutionärer Prozesse sehen wir revolutionäre Veränderungen in der Industrie. Die digital vorangetriebene Welt sorgt für mehr und mehr disruptive Prozesse.“ Die meisten Abläufe in der Branche seien noch auf Kontinuität ausgelegt – dort schlummerten erhebliche Risiken.