Olbia. Die Einführung des neuen A4 ist ein wichtiger Schritt in der Expansionsstrategie von Rupert Stadler. Der Audi-Chef hat sich vorgenommen, spätestens 2015 jährlich 1,5 Millionen Fahrzeuge zu verkaufen. An diesem Absatz soll das Volumenmodell den größten Anteil haben: „Der A4 ist unser wichtigstes Auto, ein stabiles Fundament unseres weltweiten Erfolgs“, sagte Stadler bei der Fahrpräsentation der Mittelklasse-Limousine in Olbia/Sardinien.
Der Vorstandschef kündigte an, 2007 „mit Vollgas in das zwölfte Rekordjahr in Folge“ zu fahren. „Deutlichen Rückenwind“ verspüre er durch den A4: In den vergangenen 35 Jahren hat der Ingolstädter Premiumhersteller rund 8,5 Millionen Einheiten des A4 gebaut – „etwas mehr als die Hälfte der gesamten Produktion von Audi“, berichtet Jürgen Klaschka, Leiter Produktmarketing A4 und A5. Vom Vorgängermodell des A4 wurden von 2000 bis 2007 zirka 2,2 Millionen Autos gefertigt. „Diese Zahl wollen wir übertreffen“, sagte Stadler im Gespräch mit Automobilwoche.
Bislang hat der Mittelklassewagen seinen Vorgänger vor allem in der Länge überboten: Der A4 wuchs um zwölf Zentimeter auf 4,70 Meter und ist damit der größte Mittelklassewagen im Premiumsegment. Ende November wird er in den deutschen Markt eingeführt, danach schrittweise in den europäischen Nachbarländern. In den USA kommt die Limousine voraussichtlich erst im Herbst nächsten Jahres in den Handel, so Klaschka. „Wir benötigen noch Zeit, weil wir in den USA den Zweiliter-TFSI in komplett überarbeiteter Form bringen wollen.“
Auch in China, wo Audi den Mittelklassewagen vor Ort produziert, kommt der A4 frühestens im dritten Quartal 2008 auf den Markt, so Klaschka. In Deutschland wird der A4 Ende dieses Jahres zum Einstiegspreis von 28.950 Euro eingeführt (1.8 TFSI, 160 PS). Zum Verkaufsstart bietet Audi zwei Benziner und drei Diesel an. Anfang 2008 folgt der 1.8 TFSI mit 120 PS für 25.900 Euro. Der Verkauf des A4 Avant, der auf d e m Automobilsalon in Genf vorgestellt wird, soll spätestens im Juni nächsten Jahres starten.
Beim Bau des A4 setzt Audi auf eine Produktionsdrehscheibe zwischen Ingolstadt und Neckarsulm. Von der Fertigung in zwei Werken verspricht sich Produktionschef Frank Dreves höhere Flexibilität und Kosteneinsparungen.