München. Der weltgrößte Zulieferer Bosch hat 2009 beim Umsatz in der Erstausrüstung seine Spitzenposition an den japanischen Wettbewerber Denso verloren. Während der japanische Elektronik- und Antriebsspezialist 28,7 Milliarden Dollar erreichte, landeten die Stuttgarter mit 25,6 Milliarden Dollar auf Platz zwei. So weit die nüchternen Zahlen. Relativiert werden die Abstände zwischen den Rivalen jedoch dadurch, dass die beiden Unternehmen unterschiedliche Geschäftsjahre haben. Während beim entthronten Zulieferer Bosch Kalender- und Geschäftsjahr identisch sind, haben die Japaner ein Geschäftsjahr, das am 31. März endet. So wurde bei Bosch wie bei vielen Unternehmen dieses Rankings das für die Branche katastrophale erste Quartal des vergangenen Jahres mit berücksichtigt. Bei Denso floss hingegen das für die Branche vom Aufschwung geprägte erste Quartal 2010 mit in die Umsatzbilanz.
Führungswechsel in bewegten Zeiten
Weiter abwärts im Ranking ging es für die US-Zulieferer Johnson Controls und Delphi, die beide rund ein Drittel ihrer Umsätze in der Erstausrüstung einbüßten und um jeweils zwei Positionen auf die Plätze acht beziehungsweise neun abrutschten. Die meisten Zulieferer in dem Ranking kommen aus Japan (29). Sie lösen die US-Unternehmen (26) als stärkste Gruppe ab. Mit insgesamt 22 Vertretern bilden die Deutschen die drittgrößte Fraktion in der Auflistung. Unter den zehn umsatzstärksten Automobilzulieferern finden sich mit Continental auf Platz vier und ZF Friedrichshafen auf Position zehn noch zwei weitere deutsche Vertreter. Sollte es zu einer Zusammenlegung des Automobilgeschäfts von Continental und der Schaeffler-Gruppe kommen, würde ein solches Unternehmen sogar Platz drei in der Auflistung einnehmen.
Zwei deutsche Vertreter, die über viele Jahre in der Auflistung der umsatzstärksten Zulieferer ihren festen Platz hatten, fehlen nun: die Traditionsunternehmen Edscha und Karmann. So hat der insolvente Zulieferer Edscha im vergangenen Jahr das Karosserie- Geschäft an das spanische Unternehmen Gestamp Automoción abgegeben, die Cabrioverdeck- Sparte der Remscheider wurde vom bayerischen Wettbewerber Webasto übernommen. Aufgeteilt wurde auch das insolvente Familienunternehmen Karmann. Während ein Teil des Zulieferers und ehemaligen Auftragsfertigers von Volkswagen übernommen wurde, ist über die Zukunft der Dachsparte noch nicht abschließend entschieden. Der Grund: Die Kartellbehörden lehnen eine Übernahme dieses Bereichs durch den kanadischen Magna-Konzern ab.