Nantes. Absatzerwartungen nennen die Franzosen zwar nicht, das neue Modell soll aber deutlich mehr Käufer finden als sein Vorgänger. Von der zweiten Twingo-Generation wurden im slowakischen Werk Novo Mesto jährlich zwischen 100.000 und 180.000 Einheiten gebaut. Dank der Kooperation mit Daimler soll das Werk nun jährlich 200.000 bis 250.000 Twingo und Smart produzieren. „80 bis 90 Prozent der nicht sichtbaren Komponenten und 50 Prozent der sichtbaren Teile von Twingo und Smart Forfour sind identisch“, erklärt Programmchef Ali Kassai. Das ungewöhnliche Heckmotor- Prinzip des neuen Twingo ist im Wesentlichen auf die Kooperation mit Daimler zurückzuführen. Denn nur mit dem Antrieb im Heck ließ sich die Anforderung erfüllen, einen besonders wendigen Kleinwagen zu entwickeln, der dennoch über ausreichend Stauraum verfügt und die neuen, anspruchsvolleren Anforderungen des Euro-NCAP-Crashtests erfüllt. Der Twingo erreichte im NCAP wieder vier Sterne – im Mini-Segment ist derzeit kein Wettbewerber besser. Der neue Twingo will seine Rivalen vor allem durch zwei Eigenschaften ausstechen: Zum einen ist er ausschließlich als Viertürer erhältlich, zum anderen wartet er mit einem verblüffend kleinen Wendekreis von 8,6 Metern auf und liegt damit rund einen Meter unter dem Wert der Rivalen. Mit 3,59 Metern Gesamtlänge ist er zwar zehn Zentimeter kürzer als sein Vorgänger, verfügt aber zugleich über einen um 13 Zentimeter auf 2,49 Meter verlängerten Radstand, was dem Innenraum zugutekommt. Zum Marktstart bietet Renault drei für den Heckantrieb modifizierte Dreizylinder-Benzinmotoren mit Fünfgang-Schaltgetriebe an. Zwei sind Sauger mit 71 PS, einer davon mit Start-Stopp-Technik. Der dritte Benziner ist ein Turbo mit 90 PS. Im kommenden Jahr soll ein stärkerer Turbo folgen sowie eine Version mit Automatikgetriebe.
Renault Twingo
Frankreichs neuer Mini
Der Twingo ist für Renault das zweitwichtigste Modell nach dem Clio. Mit der dritten Modellgeneration will der Hersteller an das unverwechselbare Design der ersten Generation anknüpfen und zugleich mehr Männer für den französischen Mini begeistern. Bisher sind drei Viertel aller Twingo-Fahrer weiblich. Das Mini-Segment, das der Twingo in Europa 1993 noch mit 25 Prozent Anteil dominierte, ist inzwischen dicht besetzt. Der Twingo hatte dort zuletzt noch einen Anteil von 6,3 Prozent.