Detroit. Ford setzt auf dem nordamerikanischen Markt auf eine neue Motorengeneration namens Ecoboost, hinter der sich die in Europa längst etablierten Benzin-Direkteinspritzer mit Turboaufladung verbergen. Dem Diesel sagt Ford in Nordamerika hingegen keine große Zukunft voraus - trotz der Bemühungen der deutschen Autohersteller.
"Unsere neuen Ecoboost-Motoren werden kostengünstiger für unsere Kunden und deutlich schneller in Großserie verfügbar sein, als wenn wir flächendeckend die Hybrid-Technik einführen oder plötzlich auf Diesel umschwenken würden", sagte der Forschungs- und Entwicklungschef des Ford-Konzerns, Gerhard Schmidt, im Gespräch mit der Automobilwoche. Diese strategische Entscheidung von Ford werde in Nordamerika stark beachtet, hob Schmidt hervor. "Das ist eine wichtige Botschaft: small is beautiful - kleinerer Hubraum, geringere Zylinderzahl, Direkteinspritzung."
Gegen den Dieselmotor spreche vor allem der relativ hohe Preis des Kraftstoffs in den USA: "In Europa haben wir trotz der Verteuerung von Diesel immer noch eine deutlich kürzere Amortisationßeit für einen Dieselantriebsstrang, als dies in den USA der Fall ist." Während sich ein Vierzylinder-Ecoboost-Motor in den USA nach 30 Monaten bezahlt gemacht habe, müsse ein Dieselfahrer siebeneinhalb Jahre lang warten, bis er den höheren Anschaffungspreis durch geringeren Spritverbrauch wettgemacht hat. Beim Hybrid seien es sogar zwölf Jahre. Dieser Nachteil werde in den USA noch auf lange Sicht bestehen, nicht zuletzt wegen der preistreibenden hohen Dieselnachfrage in Europa, zeigt sich Schmidt überzeugt.
Ford kündigte auf der Motorshow in Detroit an, die Motorenpalette auf dem nordamerikanischen Markt ab 2009 schrittweise auf die Ecoboost-Technik umzustellen. Diese Triebwerke mit Direkteinspritzung sollen laut Ford im Vergleich zu den heute eingesetzten US-Motoren rund 20 Prozent weniger Treibstoff verbrauchen und 15 Prozent weniger CO2 ausstoßen. Ab 2013 will Ford jährlich 500.000 Ford-, Lincoln- und Mercury-Fahrzeuge in Nordamerika mit den neuen Vier- und Sechszylindermotoren ausrüsten. Gestartet wird im Jahr 2009 mit einer Lincoln MKS-Limousine.
Schmidt betonte, dass Ford seine technologische Zukunft auf den Säulen Nachhaltigkeit, Sicherheit und Design aufbaut - und zwar in dieser Reihenfolge.