Köln. Ford hat in den USA den Abschied von seinen Spritfressern eingeleitet und forciert die Forschung und Entwicklung für verbrauchsgünstigere Autos. Dabei gibt es für den US-Hersteller kein Tabu. „Es gibt keinen Königsweg, deshalb müssen wir die unterschiedlichsten Technologiepfade beschreiten“, beschreibt Mark Fields, Konzernvorstand für den US-Markt, die Herausforderung. Diese Strategie lässt sich Ford trotz seiner angespannten Finanzlage viel Geld kosten: Rund zwei Drittel des F&E-Budgets von sieben Milliarden Dollar fließen allein
in den Bereich Verbrauchs- und CO2-Minderung.
So hat Ford jüngst seine ersten Plug-in-Hybridfahrzeuge zum Test auf die Straße gebracht. Ein Teil dieser Flotte fährt mit E85-Sprit. Um der Absatzschwäche in Nordamerika entgegenzuwirken, braucht Ford allerdings sofort eine Lösung und nicht erst in fünf Jahren. Dazu wurden die sogenannten Eco-Boost-Motoren entwickelt, deutlich kleinvolumigere, hoch aufgeladene Benzindirekteinspritzer. Diese neuen Vier- und Sechszylinder sollen ab 2009 Schritt für Schritt in der gesamten Ford-Markenwelt eingeführt werden. Bis 2013 will Ford damit eine halbe Million Fahrzeuge ausstatten. Die neue Motorengeneration soll 20 Prozent weniger Sprit verbrauchen und deutlich weniger CO2 in die Luft blasen – gemessen am bisherigen US-Standard.
Für Ford gibt es dazu keine Alternative. Denn mit ihren Big Blocks, großvolumige Achtzylinder, stehen die US-Autobauer auf verlorenem Posten. „Wir müssen uns von den großen Zwölf- und Achtzylindern verabschieden“, stellt Rudolf Menne fest, scheidender Direktor des Ford-Forschungszentrums Aachen. Für Ford bedeutet dies tiefe Einschnitte in seinem bislang margenträchtigsten Geschäft. So wird der für 2009 vorgesehenen Nachfolger des jahrelangen Bestsellers F-150 zwei Monate später als geplant eingeführt, die Produktion des Pick-ups wird zurückgefahren.