Meschede. Mit dem Leichtmetallspezialisten Honsel ist im Oktober ein deutsches Traditionsunternehmen in die Insolvenz gegangen. Nach den gescheiterten Verhandlungen über ein Restrukturierungskonzept hat bei dem Zulieferer nun der vorläufige Insolvenzverwalter Frank Kebekus das Sagen. Dringend benötigte Finanzmittel standen dem Unternehmen in der Phase des Aufschwungs nicht zur Verfügung. Stefan Eck, Sprecher des Honsel-Vorstands, macht unter anderem einen durch fehlende finanzielle Mittel ausgelösten Investitionsstau dafür verantwortlich, dass laufende Projekte und Serienanläufe nicht im gewünschten Umfang vorangetrieben werden konnten. Kebekus kann indes einen ersten Erfolg vermelden. So hat im November der Getriebebauer ZF die französische Honsel-Tochter Fonderie Lorraine mit rund 400 Beschäftigten übernommen. ZF will mit dem Kauf des Druckguss-Spezialisten die Lieferkette für seine Automatgetriebe sichern.
Fonderie Lorraine erwirtschaftet 90 Prozent des Umsatzes mit ZF. Kebekus bemüht sich weiter darum, Honsel als Einheit zu veräußern, und strebt im ersten Halbjahr 2011 eine Lösung für den Unternehmensverkauf an. Bereits vor gut einem Jahr war Honsel nur durch einen Schuldenerlass gerettet worden. Damals hatten die Gläubiger dem Zulieferer 370 Millionen Euro an Verbindlichkeiten erlassen und dafür Beteiligungen erhalten. Honsel gehört seitdem zu 51 Prozent dem Finanzinvestor RHJ International und zu 49 Prozent einer Gläubigergruppe.