München. Die anhaltende Finanz- und Absatzkrise bringt die überwiegend mittelständisch geprägte Zulieferindustrie auf der Suche nach Bankkrediten in Schwierigkeiten. „Die Banken wollen schon sehr genau wissen, welche Fahrzeughersteller der Zulieferer in welchem Umfang zu seinen Kunden zählt“, so Christoph Pfaff, Partner beim Beratungskontor Augsburg. Der Dienstleister ist auf die Beratung von Mittelständlern und Konzernen bei der Suche nach öffentlichen Fördermitteln spezialisiert. „Vor allem Anträge auf Fördermittel im Bereich Forschung und Entwicklung sind sehr aufwendig“, erklärt Pfaff.
Die Augsburger beschäftigen dafür eigens Ingenieure, die die Vorhaben der Unternehmen für die Antragstellung bewerten können. Insgesamt steht der gewerblichen Industrie ein Dschungel von rund 2800 Fördertöpfen zur Verfügung, schätzen Branchenexperten. Wenn Zulieferer ein Fördermitteldarlehen etwa bei der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantragen, brauchen sie eine vorgeschaltete Bank, die die sogenannte Primärhaftung übernimmt. „Andernfalls kommt der Zulieferer an die Fördermitteldarlehen der KfW gar nicht heran“, erläutert Pfaff. „Wir haben es in der Vergangenheit leider sehr oft erlebt, dass es Unternehmen mit tollen Innovationsvorhaben gibt, bei denen auch Arbeitsplätze geschaffen würden, wo aber letztlich keine Bankenfinanzierung zustande kommt.“