Kitzingen. „Anstatt dieser Marktentwicklung passiv zuzusehen, haben wir jetzt einen klaren Schnitt gemacht und den Mitarbeitern in Kitzingen und Markranstädt reinen Wein eingeschenkt“, erläutert Welzel den Schritt. „Unser Ziel ist es, ab 2014 in Deutschland nicht an vier mäßig bis schlecht ausgelasteten Standorten Schaumteile zu produzieren, sondern in zwei gut ausgelasteten Werken.“ Von der Verlagerung der Fertigungsumfänge sollen neben den anderen deutschen Fehrer-Werken für Schaumteile in Braunschweig und Wackersdorf auch die Auslandsstandorte profitieren. Die beiden deutschen Werke sollen in den kommenden Jahren voll ausgelastet werden. Das Werk in Markranstädt sei bereits 2009 von der Schließung bedroht gewesen. „Da die Sitzehersteller insgesamt in Deutschland massiv Produktionskapazitäten abbauen beziehungsweise abbauen werden und ins Ausland verlagern, sind für Leipzig auch keine Folgeaufträge in Sicht“, so Fehrer-Chef Welzel. 2012 hatte der Interieurspezialist rund 470 Millionen Euro Umsatz erzielt und das Jahr laut Welzel „auf dem geplanten Niveau“ abgeschlossen. Für 2013 rechnet er mit einem Umsatz von 440 Millionen Euro. 2012 beinhaltete der Umsatz noch 40 Millionen Euro der tschechischen Unternehmenstochter Nectec, die Anfang 2013 an Grammer verkauft wurde. Fehrer beschäftigt weltweit 4100 Mitarbeiter und verfügt über vier Werke in Deutschland sowie über je zwei Standorte in den USA und in Tschechien, drei Joint Ventures in Indien, je ein Werk in Ungarn und China sowie ein Gemeinschaftswerk in Südafrika. Die westeuropäischen Werke in Spanien, Belgien und Schweden waren in den vergangenen Jahren bereits geschlossen worden.
Fehrer schließt Werke
Wegen deutlich geringerer Nachfrage schließt der unterfränkische Zulieferer Fehrer Anfang 2014 den Produktionsstandort Markranstädt bei Leipzig. Auch am Stammsitz in Kitzingen wird die Produktion von Schaum-Formpolstern Ende 2014 auslaufen. 400 Mitarbeiter sind davon betroffen. "In den nächsten fünf Jahren erwarten wir in Deutschland nur noch 50 bis 60 Prozent des derzeitigen Umsatzes mit Schaum-Formpolstern im Interieurbereich“, erklärt Bernd Welzel, Sprecher der Geschäftsführung der Fehrer-Gruppe. Während die Umsätze der ausländischen Standorte derzeit steigen, geht die Auslastung im Inland kontinuierlich zurück.