Pitesti. Angesichts der Streiks für höhere Löhne in der rumänischen Autoindustrie stellen westeuropäische Investoren ihre Engagements in dem Land auf den Prüfstand. „Sollten sich die Rahmenbedingungen in Rumänien nachhaltig verändern, würden wir dies ganz sicher bei künftigen Investitionsentscheidungen berücksichtigen“, sagte Conti-Personalchef Heinz-Gerhard Wente gegenüber Automobilwoche.
Das Unternehmen hinterfrage bei einem Standort „nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit zu Deutschland, sondern auch zu osteuropäischen Nachbarstaaten und zu asiatischen Ländern“, fügte der Manager mit Blick auf Lohnniveau und Angebot qualifizierter Arbeitskräfte wie auch Energiekosten hinzu.
Auch der bayerische Zulieferer Dräxlmaier erklärte, dass eine Entwicklung wie bei Dacia gravierende Konsequenzen haben könne: "Selbstverständlich können stark überzogene Lohnforderungen auch Standort gefährdende Einflüsse haben", sagte
Ferdinand Zilcher, in der Dräxlmaier Group zuständiger Geschäftsleiter für Rumänien. "Wenn sich die wirtschaftliche Situation - Globalisierung, hohe Energiekosten, ständig steigende Rohstoffpreise - unverändert weiterentwickelt, werden weitere osteuropäische Länder ihren bisherigen Wettbewerbsvorteil als Low-Cost-Standort verlieren, was sich dann schließlich auch auf die Beschaffungskosten und Kalkulation auswirken wird", sagte Zilcher.