München. Nach der Entscheidung des Sächsischen Landesarbeitsgerichts, Streiks auch im Güterverkehr zuzulassen, rüsten sich die deutschen Autobauer für einen Ausstand der Lokführer. „Wir haben Notfallpläne für die Werke Niehl und Saarlouis vorbereitet, im Prinzip kann uns ein Streik nichts anhaben“, sagte ein Ford-Sprecher. Im Werk Köln-Niehl, wo täglich 1950 neue Fahrzeuge vom Band rollen, werden bislang zwei Drittel der Autos per Schiff auf dem Rhein weitertransportiert, etwa 20 Prozent gehen normalerweise mit der Bahn auf Reisen und der Rest per Lkw. Im Notfall will Ford mehr Autos auf Schiffe laden.
Auch der bayerische Autobauer BMW hat sich auf einen Bahnstreik eingestellt: „Wir sind vorbereitet“, sagte ein BMW-Sprecher. Jeder zweite BMW wird mit der Bahn ausgeliefert, wobei der Anteil bei den einzelnen Werken sehr unterschiedlich ist. Während aus Dingolfing 65 Prozent der Fahrzeuge auf die Schiene kommen, sind es in Leipzig nur 25 Prozent. Vom Streik betroffen sei vor allem die Fahrzeugauslieferung, da die Materialanlieferung vorwiegend per Lkw geschehe.