München. Für Fahrzeuge bis zur Kompaktklasse hat das Unternehmen einen zentral auf der Achse sitzenden elektrischen Antrieb entwickelt. Damit sollen sich künftig Elektroautos mit „sehr guten Fahrdynamik-Eigenschaften und größerer Reichweite realisieren lassen“, so Naunheimer. „Wir liegen mit der Entwicklung im Plan, kommen sowohl bei Synchron- als auch Asynchronmaschinen gut voran“, heißt es bei Siemens. Der Elektronikkonzern, der bereits seit mehr als 100 Jahren Elektromotoren entwickelt und produziert, unterhält eine Partnerschaft mit Volvo. Für den Autobauer statten die Münchner eine Kleinserie des C30 Electric mit Synchronmaschinen aus. „Als Nächstes steht der Anlauf des Sportwagenherstellers Exagon an, ehe wir dann wie geplant 2015 für Volvo mit der Serienproduktion in größerem Umfang starten.“ Siemens hat eine Technologie zur Serienreife entwickelt, „die die guten elektrischen Eigenschaften des Kupfers nutzt, aber gleichzeitig in Verbindung mit Aluminium dafür sorgt, dass wir ein sehr gutes rotatorisches Massenträgheitsmoment erreichen“.
Elektromotoren in den Startlöchern
Einen Antrieb für das Stadtauto von morgen hat Zulieferer Schaeffler kürzlich vorgestellt. Der auf der IAA in Frankfurt gezeigte elektrische Radnabenantrieb E-Wheel-Drive, der in einem Entwicklungsfahrzeug auf Basis eines Ford Fiesta sitzt, verfügt über zwei in den hinteren Radnaben verbaute Antriebe. Sämtliche für Antrieb, Verzögerung und Fahrsicherheit notwendigen Bauelemente wie Elektromotor, Leistungselektronik und Controller, Bremse sowie Kühlung finden innerhalb der Felge Platz. Als Leistung gibt der Zulieferer 40 Kilowatt pro Antrieb und eine Dauerleistung von zweimal 33 Kilowatt an. Das Drehmoment erreicht bis zu 700 Newtonmeter. Der Vorteil von Elektromotoren: Sie arbeiten nahezu wartungsfrei. Bei Siemens macht man darauf aufmerksam, dass lediglich die Lager einen Schwachpunkt bilden. „Aus der Industrie kennen wir aber durchaus Wartungsintervalle von 30 Jahren für die übrigen Komponenten der Maschinen“, heißt es von den Münchnern. Zu den weiteren Vorteilen von Elektromotoren zählt deren hoher Wirkungsgrad. Zudem sind sie äußerst leise und einfach im Aufbau. „Außerdem zeichnet sie eine hohe Leistungsdichte und eine breite Leistungsspreizung aus“, lobt Naunheimer. Von Vorteil ist auch, dass die üblichen Elektroantriebe nur Rohstoffe benötigen, die gut verfügbar sind, beispielsweise Eisen, Kupfer und Aluminium. „Bei bestimmten Anwendungen, vor allem wenn die Elektromaschinen eine sehr hohe Leistungsdichte erfordern, werden auch Metalle der Seltenen Erden verwendet, ergänzt Naunheimer. Allerdings: „Für den Betrieb von Elektromotoren in mobilen Anwendungen ist die aufwendige Energiespeicherung nach wie vor als Schwäche zu nennen.“