Meschede. Beim Spezialisten für Leichtmetallkomponenten Honsel ist eine Einigung zwischen Arbeitnehmervertretung und Unternehmensleitung zunächst auf Eis gelegt. Die zweite Gesprächsrunde war am Donnerstag durch den Verhandlungsführer des Honsel-Mehrheitseigentümers Martinrea, Armando Pagliari, abgebrochen worden. "Die Verhandlungen werden durch die schauspielerischen Fähigkeiten von Herrn Pagliari deutlich erschwert“, beklagt Wolfgang Werth, Bevollmächtigter der IG Metall in Arnsberg, das Verhalten des Managers gegenüber Automobilwoche. "Ursprünglich hatten wir Ende Januar mit ersten Ergebnissen gerechnet“, so Werth.
Derzeit wird bei den Sauerländern zwischen Arbeitnehmervertretern und der Geschäftsführung über einen "Zukunftsentwicklungs-Vertrag“ verhandelt. Die Gespräche darüber waren notwendig geworden, nachdem das kanadische Unternehmen Martinrea von den Honsel-Mitarbeitern fünf Stunden Mehrarbeit ohne Lohnausgleich sowie den Verzicht auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld gefordert hatte.
In der Runde vom Donnerstag hatten die Arbeitnehmervertreter einen Entwurf für einen Tarifvertrag vorgelegt. Doch nach Angaben von Werth war Martinrea nicht zu Investitionszusagen bereit. Insbesondere fehlt dem Gewerkschafter ein Zukunftskonzept für den Standort in Soest. Martinrea wollte den Stand der Verhandlungen auf Anfrage nicht kommentieren.