Paris. Mit einer Modell- und Vertriebsoffensive, massiven Kostensenkungen und einer konsequenten Plattformstrategie will der neue PSA-Chef Christian Streiff den renditeschwachen Konzern auf die Überholspur bringen.
Der seit Februar 2007 amtierende Topmanager stellte in der Pariser Zentrale ehrgeizige Pläne für den Zeitraum 2010 bis 2015 vor. "PSA ist knapp an einer Krise vorbeigeschrammt", räumte er ein. Doch Europas zweitgrößter Autobauer erhole sich bereits wieder und werde der "wettbewerbsfähigste Autohersteller Europas". Darunter versteht Streiff das beste Preis-Leistungs-Verhältnis der Branche.
Die 2006 auf zwei Prozent eingebrochene Umsatzrendite will Streiff bis 2010 auf 5,5 bis 6,0 Prozent anheben, bis 2015 auf sechs bis sieben Prozent. Auf dem Weg dahin müssen vor allem die Kosten gesenkt werden: Allein die Fixkosten sollen bis 2010 um 30 Prozent sinken.
Erreichen will der 52-jährige Franzose seine Ziele nicht zuletzt durch ein fleißiges Studium deutscher Vorbilder. "Wir werden unsere Ziele erreichen, indem wir ein wenig deutsch werden", sagte Streiff. Er habe "großen Respekt" vor der Leistung der deutschen Hersteller. Unbedingt festhalten werde PSA an seinen Kooperationen, betonte Streiff. Die Gruppe hat Partnerschaften mit Renault, Fiat, Ford, BMW, Toyota und Mitsubishi.
Eine Herkulesaufgabe trug Streiff seinem Vertrieb auf: Der Gesamtabsatz soll bis 2010 von zuletzt 3,36 Millionen auf mehr als vier Millionen Fahrzeuge gesteigert werden. In Europa will der PSA-Chef dabei im Jahr 2010 300.000 zusätzliche Fahrzeuge verkaufen, außerhalb Europas sogar 400.000. Einen wesentlichen Beitrag sollen dabei 53 neue oder erneuerte Modelle leisten, davon 29 in Europa.
Einem reinen Billigauto-Konzept erteilte Streiff ebenso eine Absage wie der Rückkehr auf den nordamerikanischen Markt. Überraschend appellierte er an die EU, realistische CO2-Vorgaben zu machen: "Die 130 Gramm im Jahr 2012 sind nicht erreichbar."