Stockholm. „Der XC90 ist das erste Auto, das wir seit der Übernahme durch Geely entwickelt haben. Er ist deshalb seit Langem wieder einmal ein 100-prozentiger Volvo“, sagte Vorstandschef Hĺkan Samuelsson bei der Präsentation des neuen Modells in Stockholm der Automobilwoche. Mit dem Siebensitzer will Samuelsson in den USA endlich wieder Tritt fassen – dort hatte Volvo jahrelang weit über 100.000 Fahrzeuge abgesetzt, 2013 waren es nur noch 61.233. Einen Neustart soll nun der XC90 ermöglichen: „In den USA braucht man einen aktuellen Siebensitzer, und den haben wir jetzt wieder“, sagt Samuelsson. Noch wichtiger als die USA ist für Volvo aber der chinesische Markt, der bereits für 17 Prozent des Gesamtabsatzes steht. Und auch dort soll der XC90 dem Audi Q7 und dem BMW X5 das Leben schwerer machen. Ein Drittel seiner geplanten XC90-Produktion will Volvo in China verkaufen. Die Voraussetzungen dafür sind gut: Seit der Übernahme durch Geely kommen stetig neue Händler hinzu, seit Herbst 2013 produziert Volvo in Chengdu die 60er-Baureihe. Im ersten Halbjahr stieg der China- Absatz der Schweden um 34,4 Prozent, im Gesamtjahr wollen sie dort 80.000 Autos verkaufen. Solche Wachstumsraten sind auch nötig, um das Ziel zu erreichen, ab 2020 weltweit jährlich 800.000 Fahrzeuge zu verkaufen. Im Gegensatz zu BMW und Mercedes- Benz will Samuelsson die ehrgeizigen Wachstumsziele aber nicht mit immer mehr Nischenmodellen erzielen: „Wenn immer mehr Modelle hinzukommen, muss man die wachsende Komplexität im Blick behalten. Dieses Thema wird in der Branche unterschätzt. Modellpalette und Markenwerte müssen stets zusammenpassen.“
Volvo-Chef Samuelsson
Eine neue Plattform für die globale Expansion
Volvos neues Großraum-SUV schlägt ein neues Kapitel für die schwedische Marke auf: Mit dem Nachfolger des seit 2002 gebauten XC90 ist für Volvo endgültig das Kapitel Ford abgeschlossen. Die skalierbare Plattform-Architektur (SPA) hat Volvo in alleiniger Verantwortung entwickelt, auf ihr werden künftig alle Modelle der 60er- und 90er- Baureihe stehen.