Außer der Lage auf dem Röderberg und einigen Hallen ist fast nichts unverändert geblieben. 1970 startete Ford mit 2143 Mitarbeitern, heute sind es 6500 im Werk und nochmals rund 2000 im angrenzenden Zuliefererpark. Insgesamt hat Ford seither mehr als drei Milliarden Euro in den Standort investiert. Wir sind inzwischen Lead-Plant und der einzige westeuropäische Produktionsort für die Focus-Modellreihe.
"Effizienzsteigerung durch Konzentration“
Die neue Focus-Generation ist auch für uns in der Produktion eine riesige Herausforderung. Denn praktisch zeitgleich wird das Auto im Werk Wayne in Michigan starten, später auch in Asien. Die Prozesse in der Supply Chain müssen deshalb weltweit präzise ineinandergreifen.
Wir haben schon in der Sommerpause mit ersten Umbauten begonnen. Im Presswerk wurden neue Werkzeuge eingebaut, eine neue Generation von Schweiß- und Transportrobotern und eine neue Spritzgussanlage wurden installiert. Wichtig war bei alledem der Einbau mehrerer sogenannter Vierer-Drehtische, die zurzeit noch mit unseren drei Modellen Focus II, C-Max sowie mit dem Kuga laufen. Zum Jahresende soll der Focus III anlaufen, wobei wir dann auch den viertürigen Focus bauen werden, der derzeit noch in Valencia produziert wird.
Die gesamte Ford Focus-Familie für Westeuropa wird in Zukunft in Saarlouis gebaut. Valencia hat im Gegenzug den C-Max erhalten. Unter dem Strich wird das für beide Werke kaum Veränderungen bei den Volumen geben.
Wir verringern die Zahl der Varianten an einem Standort, was uns noch effizienter macht. Diese Konzentration ist umso lohnender, je größer die Komplexität der einzelnen Modelle wird. Für die Produktion führt die Konzentration auf eine Modellreihe dazu, dass wir seltener die Werkzeuge austauschen müssen und somit in der gleichen Zeit mehr Autos bauen können.
Grob gesagt liegt die Effizienzsteigerung bei fünf bis sieben Prozent.
Wir gehörten schon immer zur Spitzengruppe in Europa, und im vergangenen Jahr haben wir diese Position noch ausbauen können.
Das war ein dreistelliger Millionenbetrag. Investiert wurde in neue Werkzeuge, ins Presswerk, in ein neues Lackierverfahren und in Umweltschutzmaßnahmen. Auch das erforderliche Training der Mitarbeiter schlägt mit einem zweistelligen Millionenbetrag zu Buche.
Wir gehen heute davon aus, dass wir die Zahl von 6500 Mitarbeitern im Jahresverlauf und darüber hinaus werden halten können. Garantien kann man für 2011 aber nicht geben.
Aus heutiger Sicht kann ich sagen, dass alle Gewerke im Zuliefererpark gebraucht werden, auch langfristig. Ungewiss ist aber, ob diese Gewerke immer von den gleichen Firmen geführt werden. Da kann es Veränderungen geben. Letztlich werden wir immer unsere Produktion an die Nachfrage anpassen.