Frankfurt/Main. Die Autobranche blickt mit gemischten Gefühlen auf den schwächelnden chinesischen Automarkt. Auf der IAA erklärten Hersteller und Zulieferer zwar einvernehmlich, dass der weltgrößte Automarkt weiter auf Wachstumskurs bleibe. Sorge machen der Industrie aber Tempo und Ausmaß der Abschwächung.
"Die Entwicklung in China entspricht nicht den Erwartungen", sagte BMW-Finanzchef Friedrich Eichiner. Der Abschwung habe deutlich schneller begonnen als gedacht. Die Regierung in Peking spreche zwar von einer baldigen Erholung. "Das sehen wir aber noch nicht in unseren Zahlen." Derzeit seien weder Stabilisierung noch Aufwärtstrend erkennbar.
Daimler-Chef Dieter Zetsche freut sich dagegen über einen starken September in China. "Wir sind optimistisch für das nächste Jahr." Daimler plane keine Revision seiner Ziele. "Wir sehen als maximales Risiko, dass wir Kapazitäten etwas später füllen können, aber nicht, dass sie zu Überkapazitäten werden können." Auch ZF-Vorstandschef Stefan Sommer blickt relativ gelassen auf China. "Wir gehen davon aus, dass es keinen nachhaltigen Absturz gibt, sondern moderates Wachstum."
Weniger sicher ist sich dabei Audi-Chef Rupert Stadler. "Das werden wir sehen", sagte er zur Frage, ob der Absatz 2015 rückläufig sein wird. Vertriebschef Luca de Meo zufolge kann Audi eine Schwächephase in China auf anderen Märkten ausgleichen. Der Branchenverband VDA schließt eine Stagnation in China 2015 nicht mehr aus.