München. „Auf diese Weise wird die nachfolgende Lackierung wesentlich vereinfacht, da Zwischenprozesse wie Primern oder das Vorlackieren entfallen“, erläutert Nicolas Beyl, Leiter des Segments Reaktionstechnik beim Maschinenbauer. „Zusammen mit dem automatisierten Herstellprozess eignet sich dieses Verfahren für eine effiziente Serienproduktion in der Automobilindustrie.“ Die Aufbereitung des PUR-Materialharzes übernehmen zwei Dosiermaschinen, die für Materialtemperaturen bis 80 Grad Celsius ausgelegt sind. Die Maschinen eignen sich für die gängigen Materialmixturen wie Polyamid (PA), PUR und Epoxidharz (EP). Im Zentrum der Anlage steht eine sogenannte RTM-Presse mit 3800 Kilonewton Schließkraft. Die Aufspannfläche von 1300 mal 1300 Millimeter eignet sich für typische Autobauteile bis zu etwa einem Quadratmeter Größe. Zu den Vorteilen zählt KraussMaffei kurze Prozesszeiten sowie eine gleichbleibend gute Bauteilqualität. Die Zugänglichkeit von allen vier Seiten sorgt für Flexibilität bei Bedienung und Automatisierung. Das RTM-Verfahren für die Herstellung von Formteilen aus Duroplasten und Elastomeren eignet sich aber auch für Bauteile, die eine größere Fläche als ein Quadratmeter haben. Etwa Karosseriestrukturteile, Stoßfängerträger und Dächer. „Mit unseren Maschinen werden heute schon RTM-Teile mit einer Fläche von zirka 1,5 Quadratmeter produziert“, so Beyl.
Direkt lackierfähiges Carbon auf der Kunststoffmesse K 2013
Einen Live-Betrieb bekommen die Besucher auf der weltgrößten Kunststoffmesse K 2013 in Düsseldorf zu sehen. Dort werden in einer seriennahen Fertigungszelle carbonfaserverstärkte Serienbauteile mit Polyurethanmatrix (PUR) für den Sportwagen Roding produziert. Die 0,6 Quadratmeter großen Dachschalen für den Zweisitzer haben einen Carbonfaser-Volumenanteil von 50 Prozent in einer Polyurethanmatrix und kommen bereits mit einer direkt lackierfähigen Oberfläche aus dem Werkzeug. Dies ist laut KraussMaffei möglich, weil sich die Faserstruktur nicht auf der Oberfläche abzeichnet.