Frankfurt/Main. Diese Ergebnisse wurden im Rahmen der „Initiative Unternehmer-Perspektiven“ der Commerzbank ermittelt. Dafür wurden 4000 mittelständische Firmen ab einem Jahresumsatz von 2,5 Millionen Euro zu ihren Strategien im Umgang mit der Digitalisierung befragt. Darunter auch 390 Unternehmen aus der Autozulieferindustrie. Ein Kostenhebel für die meisten Zulieferer ist die Energieeffizienz – 56 Prozent sehen hier Chancen, Ausgaben zu reduzieren. Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung ist der tief greifende digitale Wandel im Fahrzeugsektor. 40 Prozent der Zulieferer erklären, dass sich Schlüsseltechnologien im Umbruch befinden. Jedes sechste Unternehmen sieht gar das eigene Geschäftsmodell durch die aktuelle digitale Entwicklung infrage gestellt. Disruptive Innovationen in Form neuer Geschäftsmodelle und neue Produkte seien denkbar, gelten aber eher als Zukunftsmusik. Unsicherheiten und Datenschutzprobleme sind für viele Unternehmen zentrale Barrieren bei der Gestaltung des digitalen Wandels. Lediglich 15 Prozent der Zulieferer ziehen heute schon einen größeren Nutzen aus den digitalen Entwicklungen. Diese Vorreiter setzen in fast allen Handlungsfeldern besonders häufig neue digitale Technologien ein, beispielsweise um ihre Wertschöpfungsketten zu vernetzen, um Produkte zu individualisieren oder auch um neue Geschäftsmodelle zu entwerfen. Die große Mehrheit der Befragten stellt selbstkritisch fest, dass der Mittelstand den digitalen Wandel bislang vernachlässigt und das Thema nicht hinreichend auf der Agenda hat. Ein knappes Viertel der Zulieferer muss sich gegen innovative Nischenanbieter behaupten, bei 14 Prozent drängen branchenfremde Anbieter in den Markt. Positiv: Die zukunftsweisenden Themen wie Industrie 4.0 und 3-D-Druck erwecken bei den Zulieferern der Fahrzeugindustrie deutlich mehr Interesse und Hoffnungen als in der Gesamtwirtschaft.
Untersuchung der Commerzbank
Digitale Entwicklung gefährdet Geschäftsmodelle
Optimismus in der deutschen Autozulieferbranche: 58 Prozent der Unternehmen rechnen mit einem „substanziellen Wachstum“ in den kommenden fünf Jahren, 33 Prozent gehen davon aus, ihr Niveau zu halten, lediglich acht Prozent erwarten rückläufige Umsätze.