Frankfurt/Detroit. Die deutschen Autobauer wollen in diesem Jahr gemeinsam mit dem Verband der Automobilindustrie (VDA) dem Diesel-Pkw in den USA zum Durchbruch verhelfen. "Für ein Land wie die USA mit seinen großen Distanzen bietet der Clean Diesel Vorteile wie kein anderer Antrieb“, warb VDA-Präsident Matthias Wissmann bei der diesjährigen Detroit Auto Show. Seine Botschaft verhallte bislang ungehört: Der Anteil von Diesel-Pkw am Neuwagengeschäft beträgt in den USA nach Angaben von Polk Automotive nur rund 3,6 Prozent – allerdings mit steigender Tendenz. Die deutschen Importeure wittern inzwischen Morgenluft. Im vergangenen Jahr verdreifachte sich der Absatz deutscher Diesel- Pkw in den USA auf rund 42.000 Einheiten. Auch das Modellangebot verdreifachte sich in dieser Zeit.
Rückenwind erhalten die Deutschen von der Obama-Administration, die auf vielen Feldern die Umwelteffizienz steigern will. Unter anderem legte die Regierung ein 300-Millionen-Dollar- Programm zur Emissionsreduzierung bei älteren Dieselmotoren auf. Wegen der gestiegenen Benzinpreise wird der Diesel auch in der amerikanischen Öffentlichkeit zunehmend diskutiert. Allerdings ist Dieselkraftstoff in den USA in der Regel noch immer teurer als Benzin, teilweise beträgt der Aufschlag 30 US-Cent. Zudem ist der für Clean Diesel notwendige schwefelarme Diesel im Land nur eingeschränkt verfügbar, auch wenn die Lücken schwinden. Um diesen Akzeptanzhürden etwas entgegenzusetzen, greifen die deutschen Anbieter dem Diesel gern auch mal finanziell unter die Arme: VW, Mercedes-Benz und Audi bieten ihre Dieselmodelle in den USA um rund 2000 Dollar günstiger an als vergleichbare Benziner. Auch auf diesem Wege schaffte es die TDI-Version des Jetta 2009 auf einen Anteil von gut 30 Prozent. US-VW-Chef Stefan Jacoby rechnet damit, dass Volkswagen seinen Diesel-Anteil bei allen neuen Pkw-Modellen auf 20 bis 30 Prozent steigern kann.