München. Für Unternehmen der Automobilindustrie entwickeln sich die USA wegen der anhaltenden Dollarschwäche zum kostengünstigen Beschaffungsstandort.
So will Entwicklungsdienstleister Edag, in den USA bislang nur im Bereich Engineering vertreten, dort künftig auch Fahrzeugteile produzieren und einkaufen. "Hätte uns vor zwei Jahren jemand gesagt, dass die USA für uns einmal zum Low-Cost-Standort werden, hätte man ihn vermutlich ausgelacht", sagt Klaus Blickle, Vorsitzender der Geschäftsführung. Edag beschäftigt in den USA knapp 300 Mitarbeiter. Davon sind 45 direkt in Projekte in Deutschland involviert.
Auch für den Zulieferer BorgWarner, der in Deutschland über vier Werke für Turbolader und Getriebe verfügt, gewinnen die USA an Bedeutung. "Bei einem Entwicklungsprojekt in den USA liegt der Kostenvorteil gegenüber Europa bei mindestens einem Drittel", schätzt Bernd Matthes, Präsident von BorgWarner Transmission Systems. Vor allem der Wirtschaftsraum Detroit sei wegen des großen Reservoirs an gut ausgebildeten Ingenieuren attraktiv.
Auch der bayerische Fahrzeughersteller BMW will durch größere Fertigungsvolumen und verstärkten Einkauf im Dollar-Raum die Währungsrisiken mindern.