Werl. Genau in solchen Städten schlägt das Herz des Autohandels in Deutschland. Zumindest wenn man seinen Betrieb so führt wie Wolfgang Stahl. Der 64-Jährige ist Inhaber eines der erfolgreichsten Citroën-Häuser Deutschlands, dem Autohaus Wolfgang Stahl. Seit Jahrzehnten kommt Stahl auf weit überdurchschnittliche Marktanteile. Im Schnitt erreicht er rund 30 Prozent, in manchen Jahren auch 40 Prozent. Kreisweit schafft er es, mit zwei Betrieben in Werl und Soest rund zehn Prozent der Nachfrage auf sich zu ziehen. 500 bis 600 Neuwagen verkauft Stahl im Jahr, hinzu kommen rund 1000 Gebrauchte. Das alles stemmt er mit einer Belegschaft von 60 Mitarbeitern. Die ganze Familie packt hier noch mit an. Sohn Andreas (35) ist Geschäftsführer, und auch die Tochter hilft überall mit, wo es gerade eng ist. Die Schrifttype des Autohaus- Signets stammt noch aus einer anderen Zeit: Seit 1958 betrieb Stahls Vater in Werl drei Tankstellen. Doch genau dieser Kontinuität verdankt Stahl seine Glaubwürdigkeit in der Region. „Ich bin buchstäblich mit Benzin im Blut aufgewachsen, denn als Kind habe ich nach der Schule regelmäßig an den Tankstellen gearbeitet, auch am Wochenende“, berichtet er. „Schon als Kind habe ich jeden in der Stadt gekannt, der Auto fuhr. Und alle kannten mich.“ 1978 gründete Stahl sein Citroën- Autohaus, im vergangenen Jahr wurde das 35-jährige Bestehen mit einem großen Straßenfest gefeiert. „Damals gab es in ganz Werl nur zwei Kunden, die Citroën fuhren. Alle hielten mich für verrückt“, berichtet Stahl über die Anfangszeit. Doch er blieb Citroën über all die Jahre treu – und seine Kunden ihm. „Schon zu Tankstellen-Zeiten waren wir immer für unsere Kunden da, wenn nötig auch mal am Wochenende. Das halten wir noch heute so“, sagt Stahl, wenn er nach seinem Erfolgsrezept gefragt wird. Die nachhaltigste und beste Werbung ist immer noch die persönliche Empfehlung, ist Stahl überzeugt. „Das schafft man nicht mit ein paar Broschüren, die man an die Haushalte verteilt. Die Leute müssen Sie kennen, deshalb bin ich auch in Vereinen wie dem Fußballverein Preussen TV Werl, im Tennisclub und im Schützenverein.“ Dieses Prinzip funktioniere auch noch im Internetzeitalter mit der jungen Generation, so die Erfahrung Stahls: „Die Kinder bekommen von den Eltern ihr erstes Fahrzeug, das ist dann eben ein Citroën. So etwas vererbt sich hier.“
Serie Platzhirsch
Die Leute müssen Sie kennen
Die 32.000-Einwohner-Stadt Werl grenzt an viele Gebiete: Sie liegt am Rand des Sauerlands, am Rand des Münsterlands und am Rand des Ruhrgebiets. Der Wallfahrtsort verfügt über eine historische Altstadt, die Stadt ist stolz auf ihren barrierefreien Bahnhof.