Köln. Die Zielmarke ist sportlich, denn dazu müsste Volvo innerhalb von fünf Jahren seine Verkäufe nahezu verdoppeln. 2014 wird die Volvo Motor Company nach Einschätzung von Samuelsson rund 470.000 Fahrzeuge absetzen. Das bisherige Allzeithoch liegt bei 458.000 im Jahr 2007. Um das globale Ziel von 800.000 zu erreichen, müsse Volvo zwingend wieder in Nordamerika Tritt fassen, räumte Samuelsson ein. Dort bröckelt der Absatz seit zehn Jahren, im laufenden Jahr könnten es noch magere 60.000 Einheiten werden. Ziel sei es, binnen fünf Jahren wieder auf mehr als 100.000 Verkäufe zu kommen, so der Volvo-Chef. „Das ist eine Riesen-Herausforderung. Aber wir haben ein neues Team und ein Programm, wir sehen die Bodenbildung in Amerika. 2015 kommen wir zurück“, betonte Samuelsson. Dazu hat er einen Fünf-Punkte- Plan entwickelt. An erster Stelle stehen die neuen Produkte, den Auftakt macht 2015 der XC90. „Wir müssen wieder klarmachen, wofür die Marke steht – und für welche Art von Premium Volvo steht“, so Samuelsson. Hier gebe Volvo mit dem Motto „New Premium“ den Trend vor, zeigte er sich selbstbewusst. „Weniger Bling-Bling, mehr Substanz, Sicherheit für die Familie und Nachhaltigkeit für die Umwelt“, erläuterte Vertriebschef Alain Visser den neuen Begriff. Das Marketing- und Kommunikationsbudget in den USA soll Samuelsson zufolge verdoppelt werden. Sehr wichtig sei ferner ein professionelles Leasing-Geschäft – auch hier müsse Volvo aufholen. Entscheidend sei darüber hinaus der Ausbau des stark geschrumpften Händlernetzes. „Da werden wir auch in der Händler-Ausbildung klar Richtung Premium gehen“, kündigte er an.
Festhalten am Kombi
Nicht zuletzt setzt Volvo trotz der weltweit steigenden Beliebtheit von SUVs weiterhin auf eine breite Kombi-Palette. In den USA wolle Volvo wieder stärkste Kombi- Marke im Premiumbereich werden, wie dies in den 70erund 80er-Jahren der Fall war, sagte Samuelsson. „Der Kombi der Zukunft wird aber weniger ein praktischer Lastesel sein, sondern eher ein Lifestyle-Auto, so wie das heute schon unser V60 ist“, erklärte er. Familien würden heute eher zum SUV tendieren. Ob es jemals wieder ein Cabrio von den Schweden geben wird, ist dagegen fraglich: „Das ist ein unheimlich frustrierendes Segment“, sagte Vertriebschef Visser hierzu lediglich. Das starke Wachstum in China werde mittelfristig auch Auswirkungen auf die Lieferanten von Volvo haben, machte Samuelsson deutlich. „Wir wollen unsere neuen Lieferanten in China künftig auch für Europa nutzen“, kündigte er an. Bereits jetzt stammten etwa 75 Prozent der Motorenkomponenten für die Fahrzeuge in China aus lokalem Einkauf. Samuelsson: „Wenn man zwei Alternativen hat, hat man mehr Wettbewerb.“