München. "Die deutschen Autozulieferer haben die internationale Konkurrenz abgehängt." Zu diesem Ergebnis kommt die Strategie- und Technologieberatung Booz Allen Hamilton in einer aktuellen Analyse. So legten die deutschen Unternehmen beim Umsatz seit 2001 jährlich um durchschnittlich fünf Prozent zu. Zum Vergleich: Weltweit schrumpfte der Umsatz der Zulieferer sogar um 0,3 Prozent, ergab die Befragung von insgesamt mehr als 60 Unternehmen.
Zudem konnten die heimischen Zulieferer über einen Zeitraum von fünf Jahren die operative Marge im Schnitt um nahezu zwei Prozent verbessern, während der Wert der internationalen Konkurrenz unverändert blieb. Darüber hinaus profitierten die deutschen Unternehmen in hohem Maße vom Erfolg der Premiumhersteller sowie der japanischen Autobauer.
Zwischen den einzelnen Segmenten der Branche gibt es jedoch erhebliche Unterschiede. Während Anbieter von Elektronik und Antriebsstrang-Komponenten weit überproportional gewachsen sind, mussten Zulieferer in materialintensiven Segmenten wie Chassis und Interieur eine Wachstumsdelle verkraften.
"Doch auch die Gewinner sehen sich neuen Schwierigkeiten gegenüber", heißt es in der Untersuchung weiter. Durch die aktuelle Umweltdebatte verschärfe sich beispielsweise der Wettlauf um den Antrieb der Zukunft. Zulieferer in diesem Bereich müssten schon heute damit beginnen, die richtige Technik für die nächsten Jahrzehnte zu entwickeln. "Das sind Wetten mit hohem Einsatz. Ein Fehlschlag kann selbst für erfolgreiche Zulieferer schnell zur Bedrohung werden", beurteilt Ulrich Otto, Mitglied der Geschäftsleitung von Booz Allen Hamilton, die Situation.