Hamburg. Zwar verfügen heute fast alle größeren Logistik-Gruppen über Cloud-basierte Logistik-Dienstleistungen, Schenker gilt aber als Pionier in dieser Technologie und hat dafür den Produktnamen „Scout“ gewählt. „Wir haben uns für GT Nexus entschieden, damit wir unseren Kunden eine strategische Lösung als Teil unseres Fracht-Managements anbieten können“, erklärt Tim Standen, Leiter des Bereichs Supply Chain Solutions im globalen Seefracht- Produktmanagement von DB Schenker. Bei GT Nexus sieht man sich durch den neuen Vertrag bestätigt. Überrascht ist Andy Stinnes, Europa-Geschäftsführer des Unternehmens, aber nicht von der wachsenden Bedeutung der globalen Vernetzung in der Logistik. „Die Wachstumsländer haben eine immer größere Bedeutung für die Lieferketten globaler Unternehmen, insbesondere auch in der Automobilbranche“, sagte er im Gespräch mit der Automobilwoche. „Just in time, gesteuert mit SAP, reicht schon lange nicht mehr aus, um alle Effizienzmöglichkeiten auszuschöpfen, die eine globale Vernetzung bietet.“ Das Angebot lohne sich besonders bei der Auslieferung komplexer Komponenten über lange Distanzen. „Wir haben schon oft neue Kunden gewonnen, weil Unternehmen Angst vor Ausfällen in ihren globalen Lieferketten hatten. Dann wurde meist der Jumbojet gechartert – das ist aber keine nachhaltige Lösung“, sagt Stinnes.
Ein Kunde von GT Nexus ist Renault. Die Franzosen steuern mithilfe des IT-Spezialisten ihre Lieferketten für Ersatzteile zwischen Frankreich und wichtigen Exportmärkten. Nach einer Pilotphase weitete Renault Ende vergangenen Jahres die Cloud-Supply- Chain von GT Nexus auf alle seine Exportmärkte aus. Der Gewinn an Transparenz und Kontrolle über die Lieferkette führt bei Renault nach eigenen Angaben zu geringeren Beständen und sinkenden Transportkosten. „Die Emerging Markets sind hart umkämpft. Deshalb will Renault dort auch die Verfügbarkeit von Ersatzteilen und Zubehör auf höchstem Niveau gewährleisten und gleichzeitig die Sicherheitsund Lagerbestände sowie die Kosten für teure Express-Sendungen senken“, erklärt die bei Renault für den Bereich Aftersales-Logistics zuständige Managerin Francesca Gamboni dazu.Die Cloud erobert die Logistik
Man sollte meinen, dass ein Logistik-Riese wie DB Schenker Logistics mit seinen weltweit 64.000 Mitarbeitern auf jede Frage in der Logistik eine Antwort parat hat. Dennoch hat Schenker vor wenigen Wochen einen Vertrag mit einem Partner verlängert: Schenker setzt nun die seit 2008 bestehende Kooperation mit GT Nexus fort, einem auf Cloud-basierte Lieferketten spezialisierten Unternehmen. Die weltweit zugängliche Online- Plattform von GT Nexus erlaubt es, den Datenbestand großer Handels-, Industrie- und Logistikunternehmen zusammenzuführen und den Transport von Produkten sowie die unterschiedlichsten Dienstleistungen der beteiligten Unternehmen aufeinander abzustimmen.