München. Bei den Herstellern von Biodiesel waren in den vergangenen Monaten gute Nerven gefragt. "Rund die Hälfte der etwa 50 Unternehmen in Deutschland musste Insolvenz anmelden oder hat die Produktion eingestellt“, heißt es beim Branchenverband VDB. Vor allem kleine Anbieter waren nach Angaben des Berliner Verbands von Zahlungsschwierigkeiten betroffen. Verbandsgeschäftsführer Elmar Baumann fordert daher von der Bundesregierung, den Steuersatz für reinen Biodiesel wieder auf ein wettbewerbsfähiges Niveau zu senken. Noch Anfang 2010 soll mit den Regierungsfraktionen über eine tragfähige Lösung verhandelt werden.
Zwischen 2007 und 2009 ist der Absatz von reinem Biodiesel (B100) laut VDB von 1,8 Millionen Tonnen auf etwa 230.000 Tonnen gesunken. Die rot-grüne Regierung wollte bis 2009 auf eine Besteuerung verzichten. Doch wurde die Steuer für den B100- Kraftstoff stufenweise auf rund 18 Cent pro Liter im Jahr 2009 angehoben. Nach dem Wachstumsbeschleunigungsgesetz der Bundesregierung soll es bis 2012 bei diesem Betrag bleiben. Für 2013 und 2014 sind dann 45 Cent vorgesehen. Zum Vergleich: Fossiler Diesel wird derzeit mit 47 Cent pro Liter besteuert. Im Jahr 2007 lag der Anteil von Biodiesel, Bioethanol und Pflanzenöl am Gesamtkraftstoff bei 7,2 Prozent. 2009 sank der Anteil auf 5,4 Prozent. Durch den Wechsel von B5 (fünf Prozent Beimischung von Biodiesel) auf B7 im Jahr 2009 stieg zwar der Beimischungsanteil, doch konnte das den Rückgang des Markts für B100-Kraftstoffe nicht kompensieren. Für 2010 ist ein Anteil von 6,25 Prozent Biokraftstoffe am Kraftstoffmarkt vorgesehen. Diese Quote soll bis 2015 Bestand haben. Gesetzlich geregelt war zuvor eine Steigerung auf acht Prozent.