München. Diesen Sprengstoff muss man erst einmal ausbuddeln: Im Protokoll zur 948. Sitzung des Bundesrats findet sich unter "TOP 70" – nachdem Jagdrechtsnovelle, strengere Regeln fürs Rotlichtgewerbe und Burka-Verbot ausgiebig behandelt wurden – einPassus zur emissionsarmenMobilität. Parteiübergreifend sei der Bundesrat der Meinung, dass man dafür Sorge tragen müsse, dass „spätestens ab dem Jahr 2030 nur noch emissionsfreie Pkw zugelassen werden“. Daher solle die Europäische Union den Markt mit Steuern und Abgaben indiese Richtung lenken.
Ein Halbsatz ist es, mehr nicht, aber einer mit Sprengkraft. Übersetzt heißt das: Der Verbrenner soll das Zeitliche segnen, der Elektromobilität gehört die Zukunft.
Der Verbrennungsmotor, so wie wir ihn heute kennen, hat natürlich nur noch einebegrenzte Lebensdauer. Doch die politische Seite versucht, mit Zwang und Diktion die zukünftige Technologie zu bestimmen. Das kann sie aber nicht seriös bewerten. Sie kann nicht wissen, welche Technologie in der Zukunft sauber, welche schmutzig, welche die beste ist.
Sie darf die immer schnelleren Innovationszyklen und die rasante Entwicklung in der Autoindustrie nicht
außer Acht lassen. Denn es bleiben noch viele Fragen: Werden Elektroautos in Zukunft wirklich mit sauberem Strom versorgt? Wie weit ist die Brennstoffzelle im Jahr 2030? Erfährt Gas ein Comeback? Und wie gut ist dann ein Verbrenner?