Zunächst arbeitete er am Rechenzentrum der Uni Stuttgart und eignete sich zusätzlich die Programmiersprache für Maschinen an. Im Jahr 1977 folgte er dem Ruf von Bosch. Das Unternehmen suchte damals Mitarbeiter für die Entwicklung des ABS. Seine erste Erfindung machte er aber auf einem anderen Gebiet. Mit einem elektronischen Regler für den Zündwinkel gelang es ihm, das gefürchtete Motorklopfen, bei dem es zu einer unkontrollierten Verbrennung mit der Gefahr des Totalschadens kommt, in den Griff zu bekommen. Doch Anton van Zanten kehrte Mitte der Achtziger zu seinem eigentlichen Thema zurück. Was den Pionier der Mechatronik im Fahrzeug störte, war die fehlende Regelung der Querdynamik. So lässt sich das Fahrzeug mit ABS bei einer Vollbremsung zwar besser steuern, ein Ausbrechen aber wird nicht verhindert.
Dazu mussten im Fahrzeug zusätzlich zu den Rädern weitere Sensoren verbaut werden, die den Fahrerwunsch permanent mit dem tatsächlichen Verhalten des Fahrzeugs vergleichen, um dann in Extremsituationen eingreifen zu können. Während Sensoren für den Lenkwinkel, den Bremsdruck und die Querbeschleunigung bei Herstellern bereits vorhanden waren, fehlte es am so genannten Gierraten-Sensor, der die Rotation um eine vertikale Achse berechnet – also gewissermaßen den Schlinger-Faktor eines Autos. Fündig wurden van Zanten und sein Team im Modellbau bei der Firma Graupner, die einen solchen Sensor bei Rotoren von Hubschraubern einsetzte. "Allerdings hatte der nur eine Lebensdauer von 100 Stunden", erinnert sich van Zanten. Für den Einsatz im Auto untauglich.