München. Ob lokale politische Unruhen oder weltweite Finanzkrise, nichts kann das Billigauto stoppen. Nach wochenlangen Protesten der Bevölkerung gegen den Werksneubau im westbengalischen Singur hat sich Tata entschlossen, das Billigauto Nano an einem anderen Standort zu fertigen. Es soll nun im westindischen Bundesstaat Gujarat vom Band rollen. Konzern-Chef Ratan Tata wollte ursprünglich schon in diesem Monat mit dem Bau des Tata Nano beginnen.
Die Auslieferung verzögert sich nun bis mindestens Anfang 2009. Unterdessen hat auch Fiat-Chef Sergio Marchionne ein Billigauto angekündigt. Es soll 2010 auf den Markt kommen, unter einer neuen Marke, aus einem neuen Werk. Die Standortsuche läuft. Auch beim Stuttgarter Zulieferer Behr ist der Glaube an das Billig-Segment ungebrochen. Behr liefert die Klimaanlage des Nano. Der Zulieferer verfügt über lokale Entwicklungszentren in Brasilien, Indien und China, „wo wir speziell auf dieses Segment und diese Märkte abgestimmte Produkte entwickeln“, heißt es bei Behr.
Zulieferer Mahle, der Nockenwellen und Filtertechnologie für den Nano liefert, sieht ebenfalls keinen Grund, an den Prognosen für das Segment der Low-Cost-Cars zu zweifeln. Die Verlagerung der Fabrik für den Tata Nano hätte für Mahle nur „geringfügige Auswirkungen“.