Düsseldorf. Doch bei die Frage, wann das erste unbemannte Auto mit TRW-Elektronik auf den Markt kommt, muss Alois Seewald, globaler Entwicklungsdirektor bei TRW für aktive und passive Sicherheitstechnik, noch passen. „Unser langfristiges Ziel ist ein Autopilot-Modus, bei dem zwar der Fahrer noch verantwortlich bleibt, die Fahrzeugsysteme aber immer häufiger die Kontrolle übernehmen können.“ In technischer Hinsicht sei ein sicheres automatisiertes Fahren wohl schon in wenigen Jahren möglich, unklar seien aber noch die rechtlichen Rahmenbedingungen. Derzeit gilt noch die Wiener Straßenverkehrskonvention von 1968 als das größte Hindernis auf dem Weg zum voll- oder teilautomatisierten Fahren. In dem internationalen Vertrag heißt es: „Jedes Fahrzeug und miteinander verbundene Fahrzeuge müssen, wenn sie in Bewegung sind, einen Führer haben.“ Es seien aber auch in rechtlicher Hinsicht Überraschungen möglich, heißt es bei TRW. Beim Zulieferer wird auf die Google-Autos verwiesen, die trotz der Wiener Konvention Zehntausende Kilometer in den USA absolvieren konnten. Das sei deshalb erlaubt worden, weil automatisierte Systeme der gesamten Fahrzeugindustrie einen enormen Schub verleihen würden: Bei TRW rechnet man damit, dass allein der Markt für Kamerasysteme in Europa und Nordamerika jährlich um 42 Prozent wächst und bis 2020 von derzeit 3,3 auf 37 Millionen Einheiten zulegt. „Ein starker Markttreiber dafür ist die Verschärfung der Anforderungen für fünf Sterne beim Euro NCAP“, so Seewald. „Ab 2016 werden beim Crashtest fünf Sterne ohne Kamera- oder Radarsysteme nicht mehr möglich sein“, sagt er. Verschärfungen sind auch bei Fußgängerschutz, automatisierten Notbremsungen und Spurverlassenswarnungen geplant.
Der Autopilot kommt
Der US-Zulieferer TRW sieht Chancen, den langen Weg zum automatisierten Fahren abzukürzen. Bei der IAA in Frankfurt stellen die Amerikaner unter anderem einen neuen Mittelbereichs-Radarsensor namens AC¬1000 vor, der eine 360-Grad-Rundumerkennung ermöglicht, die auch Fußgänger wahrnimmt.